Fünf veraltete Pressen weichen für neueste Technik

Automobilzulieferer WMU in Hann. Münden stellt sich für die Zukunft neu auf

Mithilfe eines hydraulischen Hubgerüsts baut eine Fachfirma bei der Weser Metall Umformtechnik GmbH fünf über zehn Meter hohe Pressen ab. Im Bild Mitarbeiter Endre Jojart, der die Anlage steuert.
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Mithilfe eines hydraulischen Hubgerüsts baut eine Fachfirma bei der Weser Metall Umformtechnik GmbH fünf über zehn Meter hohe Pressen ab. Im Bild Mitarbeiter Endre Jojart, der die Anlage steuert.

WMU trotzt der Corona-Krise. Das Unternehmen in Hann. Münden schafft eine neue Presse an. Die alten Anlagen wurden bereits verkauft.

Hann. Münden - Bei der Weser Metall Umformtechnik GmbH (WMU) laufen die Vorbereitungen für eine weitere Großinvestition auf Hochtouren. Im Werk an der Göttinger Straße in Hann. Münden werden derzeit fünf Pressen aus den 60er und 70er Jahren abgebaut. Die veraltete Anlagenstraße macht Platz für eine 1600-Tonnen-Presse aus dem Hause Schuler, die der Automobilzulieferer Ende des Jahres in Betrieb nehmen will. Nach Angaben von Geschäftsführer Jörg Wittling investiert das Unternehmen rund 6,5 Millionen Euro.

WMU: Vier Pressen wurden demontiert

Vier der Pressen waren bis Dienstag von einem Unternehmen, das auf Industriemontagen spezialisiert ist, fast komplett demontiert. Um die über zehn Meter hohen Maschinen in ihre Einzelteile zu zerlegen, setzt die Fachfirma ein hydraulisches Hubgerüst ein. Die Pressen sind verkauft, drei werden in Indien und eine in Südkorea wieder aufgebaut. Von Hann. Münden aus gehen sie zunächst mit Schwertransportern auf die Reise, später geht es dann per Schiff weiter.

„Bis Ende des Monats soll die Halle leer und sauber sein“, sagte Karl-Heinz Wagner (63), der bei WMU für die Demontage der alten Anlagen und den Aufbau der neuen als Projektleiter zuständig ist. Dann werden rund 20 Schwertransporter das Werk verlassen haben. Mit der neuen Schuler-Presse bekomme WMU eine Anlage, die deutlich leistungsfähiger sei. Zudem entfallen Zwischenschritte bei der Produktion.

Nicht die einzige Großinvestition dieses Jahr bei WMU

An der bisherigen Pressenstraße waren zum Teil Roboter im Einsatz, um die Werkstücke zur Weiterverarbeitung von einer Presse zu nächsten zu heben. In der neuen Anlage werden sie komplett automatisch weitergeschoben. Außerdem, so Wagner, arbeite diese „Transferpresse“ leiser.

Wenn der Abbau abgeschlossen ist, folgen bis Mitte September vorbereitende Beton- und Stahlbauarbeiten, dann beginnt die Montage der 34 bis 35 Meter langen neuen Anlage. Sie ist nicht die einzige Großinvestition in diesem Jahr. Zu Jahresbeginn hatte WMU zudem eine neue Halle für die Werkzeugproduktion in Betrieb genommen. Investitionskosten hier: rund eine Million Euro.

In der Produktion: WMU-Mitarbeiter Nicy John an einer 2000-Tonnen-Presse bei der Qualitätskontrolle. WMU produziert vor allem Karosserie- und Achsenteile. 

Hintergrund: WMU

Die Weser Metall Umformtechnik GmbH (WMU), eine Tochter der koreanischen Unternehmensgruppe Sungwoo Hitech, gehört zu den größten Arbeitgebern in Hann. Münden. Rund 450 Mitarbeiter hat das Unternehmen, davon rund 30 Auszubildende. Der Autozulieferer produziert vor allem Karosserie- und Achsenteile. Das Unternehmen befindet sich wegen der Coronakrise in Kurzarbeit. Bis Ende des Jahres sei die Kurzarbeit geplant, so WMU.

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