Naturpark Münden

Wo ist denn hier der nächste Wolf? Kinder suchen bei Ferienspielen nach Raubtieren

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Auf den Spuren der Wölfe: Anmol Kumar (links), Jaya Wieland und Hannes Heiß waren auf der Wanderung dabei. Sie halten ein Stück Wolfsfell, einen Wolfsschädel und einen Gips-Pfotenabdruck. 

Hann. Münden. „Iiih, ist das echt?“ Zwölf Kinder beugen sich an einem sonnigen Julimorgen über einen Plastikbehälter im Wald. „Ja, das ist echter Wolfskot“, antwortet Malena Fernández Nora. „Lass die Box zu!“, kreischt es im Chor.

Die Försterin reicht einen Wolfsschädel, einen Pfotenabdruck und ein Stück echtes Fell durch die Reihen. „Wölfe sind mit Hunden verwandt!“, weiß ein Grundschüler. „Sie haben Fell und können ganz schnell rennen!“, sagt die Nächste.

Die Grundschüler aus Hann. Münden und Umgebung begleiteten Malena Fernández Nora, Försterin und Bundesfreiwilligendienstlerin beim Naturpark Münden, kürzlich auf einer Wanderung durch den Wald. Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Hann. Münden hatte in Kooperation mit dem Naturpark Münden auf die „Spuren der Wölfe“ eingeladen. Die Teilnehmer lernten unter anderem in Rollenspielen, wie die Raubtiere ihre Beute jagen und ihre Rangordnung ausfechten.

Die 27-jährige Spanierin beantwortete die Fragen der Kinder, und davon gab es viele.

Gibt es Wölfe bei uns im Naturpark Münden?

Nein, in Südniedersachsen sind in den vergangenen Jahren keine Wölfe gesichtet worden, sagt Malena Fernández Nora. Allerdings sei der Naturpark Münden ein geeigneter Lebensraum für Wölfe, da hier wenige Menschen, aber viele Rehe lebten. Es gebe jedoch Rudel im nördlicheren Niedersachsen. Laut Informationen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) wurden im November 2017 in Niedersachsen zehn Rudel und vier Paare gezählt.

Sind Wölfe gefährlich für den Menschen?

Wölfe sind für Menschen nicht gefährlich, so Fernández Nora. Sie seien sehr scheue Tiere. Es sei unwahrscheinlich, einem Wolf im Wald zu begegnen. Sobald sie einen Menschen bemerken, zögen sie sich zurück. Nur junge Wölfe sind neugierig und können menschliche Wege kreuzen.

Wie soll man sich verhalten, wenn man einem Wolf begegnet?

Auf keinen Fall solle man weglaufen, das wecke den Jagdinstinkt des Tieres, sagt die Försterin. Sie rät, stehen zu bleiben und Lärm zu machen, das verschrecke den Wolf.

Warum fressen Wölfe Schafe, und wie kann man die Nutztiere schützen?

Wölfe fressen überwiegend Wildtiere, sagt Fernández Nora. Schafe würden sie nur reißen, wenn sie sehr hungrig seien, da sie dafür den Sicherheitsabstand zum Menschen verringern müssten. Schäfer könnten ihre Schafe durch spezielle Zäune und Herdenschutzhunde sichern. Das mache die Jagd auf Schafe anstrengender als auf ein Reh im Wald, und dadurch für den Wolf weniger attraktiv.

Der Nabu rät zu Elektrozäunen, die bis zum Boden reichen, damit sich die Wölfe nicht unter der Begrenzung durchgraben können. Landwirte können laut Informationen des Nabu finanzielle Entschädigung erhalten, wenn ein Wolf trotz Schutzmaßnahmen Schafe tötet.

Warum kommt der Wolf nach Deutschland?

Wölfe sind zurückgekommen, weil es in Deutschland ein Überangebot an Futter gibt, sagt Fernández Nora. Ohne Wölfe und Luchse gebe es zu viele Rehe. Förster und Jäger erschießen Rehe, da sie große Schäden am Baumbestand anrichteten. Die Rückkehr des Wolfs sei gut für das natürliche Gleichgewicht, der Wolf in den heimischen Wäldern ein Grund zur Freude, so die Försterin.  

Freie Plätze bei den Ferienspielen in Hann. Münden: 

Im Sommerferienprogramm des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Hann. Münden gibt es noch einige freie Plätze – zum Beispiel bei der Fahrradtour mit Eisessen am 23. Juli (Teilnahme: fünf Euro). Wer mitmachen will, aber kein eigenes Fahrrad hat, melde sich bitte spätestens kommende Woche beim Kinder- und Jugendbüro unter der Telefonnummer: 0 554 1/ 7 52 99. Kurzentschlossene haben noch eine Chance auf den Ausflug zu Affenwald und Sommerrodeln, Mittwoch, 25. Juli, 10 bis 15 Uhr, zwölf Euro, für Kinder ab acht Jahre, zum Laser-Sports, Donnerstag, 26. Juli, 13.45 bis 16.45 Uhr, für Kinder ab zwölf Jahre, 13 Euro, zur Schlauchboot-Tour mit der DLRG am 27. Juli (ab acht Jahre, sieben Euro inklusive Imbiss). Eine Anmeldung ist erforderlich. • Kontakt für Interessierte: Kinder- und Jugendbüro, Tel. 05541/75-299.

Berufstätige Eltern, die noch eine Kinderbetreuung in der Zeit vom 16. bis 20. Juli oder vom 23. bis 27. Juli suchen, können sich an die DRK-Kita Fuldablick wenden, Welfenstraße 5: Wochenweise kann dort die Betreuung für Kinder von drei bis zehn Jahren gebucht werden. Die Gebühr richtet sich nach der Stundenzahl und beginnt bei 40 Euro pro Woche bei einer Betreuungszeit von 7 bis 12 Uhr (7 bis 14 Uhr: 50 Euro; 7 bis 17 Uhr: 60 Euro, Mittagessen je drei Euro). Das Thema für die Ferienkinder lautet: Experimente. • Kontakt: DRK Kita Fuldablick, Tel.: 05541/90 33 69, E-Mail: kita.fuldablick@drk-goe-nom.de. 

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