Nach dem Abriss

Wohnen statt Disko in Hann. Münden: Neubau auf dem Bergschlösschen-Areal

Neubau an der Pickelgasse: Dort wo das Bergschlösschen thronte, soll dieses Mehrfamilienhaus entstehen. Dafür wurde die Baugenehmigung bereits erteilt.
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Neubau an der Pickelgasse: Dort wo das Bergschlösschen thronte, soll dieses Mehrfamilienhaus entstehen. Dafür wurde die Baugenehmigung bereits erteilt.

Auf dem Gelände in der Pickelgasse in Hann. Münden, wo das Bergschlösschen stand, plant ein Schedener Architekt ein neues Mehrfamilienhaus.

Hann. Münden – Das Bergschlösschen: Das Ausflugslokal und die bekannte Diskothek, waren über die Grenzen Hann. Mündens hinaus bekannt. Unter anderem auch wegen der Kegelbahn.

Berühmte Disko in den 1989er-Jahren

Nach großem Ruhm ab den 1970ern folgte der langsame Verfall der Villa an der Pickelgasse und der endgültige Abriss. Nun soll auf dem Grundstück Neues entstehen. Wie Architekt Richard Fischer aus Scheden unserer Zeitung mitteilt, soll auf dem Areal ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten und sechs Tiefgaragenplätzen gebaut werden. Die Fünf-Zimmer-Wohnungen sollen jeweils etwa 100 Quadratmeter umfassen und, laut Fischer, einen „herrlichen Ausblick über Hann. Münden und das Wesertal“ haben. Bauherr ist der Unternehmer Bayram Er aus Hann. Münden. Die Arbeiten können in Kürze starten, der Bauherr muss noch die Aufträge vergeben, heißt es vom Architekten.

Bergschlösschen als Hotel: Das Bild entstand in den 1950er- oder 1960er-Jahren.

Genehmigung nach „Rundem Tisch“

Für die Genehmigung des Projektes wurde bei einer Sitzung im Rittersaal der Durchbruch erzielt. „Die Baugenehmigung konnte nach einigen Diskussionen erteilt werden“, sagt Fischer.

Bei dem „Runden Tisch“ waren Bürgermeister Harald Wegener, Vertreter des Tiefbauamtes, des Bauamtes, der Stadtentwässerung, der Anwohner, der Feuerwehr und der Versorgungsbetriebe dabei. Im Vorfeld habe es einige Probleme bei der Erschließung gegeben, die das Projekt, zusätzlich zur Coronapandemie, noch verzögern, sagt der Architekt aus Scheden. So musste über die zulässige Tonnage für Baustellenfahrzeuge auf der Stichstraße Am Kattenbühl diskutiert und diese berechnet werden.

Weitere Themen waren die Hangabsicherung, der Denkmalschutz, Boden- und Straßengutachten und der Brandschutz. „Mein Dank geht an Bürgermeister Wegener, der sich für das Projekt eingesetzt hat“, sagt Fischer.

Umweltstandards sollen eingehalten werden

Das Bergschlösschen, in dem Künstler wie Howard Carpendale auftraten und in dem der Urmündener und Plattenladenbesitzer Klaus-Werner „Icke“ Kirbach als DJ auflegte, war eine Hann. Mündener Institution. Fischer hofft, dass der Name Bergschlösschen in der Dreiflüssestadt erhalten bleibt. Das Haus stand seit etwa 2014 leer. Der Verfall machte den Abriss unumgänglich.

„Wir, Architekt und Bauherr, streben die Zusammenarbeit mit den Versorgungsbetrieben Hann. Münden (VHM) und der Sparkasse Göttingen an“, so Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ziel sei es, die neuesten Standards zum Thema Umweltfreundlichkeit beim Bau einzuhalten. „Schlüssel dazu ist die Konstruktion der Gebäudehülle in Holz- und Mauerwerksbau“, so der Architekt. Dazu komme noch eine Dreifachverglasung. Auch eine Photovoltaik-Anlage und moderne Heizsysteme sollen integriert werden. Der Bau des Komplexes soll noch in diesem Jahr beginnen. (Jens Döll) 

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