Rechner voller Kinderpornos

Zehn Monate Haft auf Bewährung für Familienvater

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Symbolbild

Das Amtsgericht Hann. Münden hat einen 39-jährigen Familienvater wegen des Besitzes und Verbreitens kinderpornografischer Bilddateien zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Das teilte Matthias Thielbeer, Direktor des Amtsgerichts, mit. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt. In dieser Zeit darf sich der 39-Jährige, der zuletzt in einem Kundencenter gearbeitet hatte, nichts mehr zuschulden kommen lassen, ansonsten wird die Strafe vollstreckt.

Bei dem Mann aus dem Altkreis Münden wurden nach Angaben Thielbeers bei einer Durchsuchung rund 1700 kinderpornografische Dateien gefunden, die er für den eigenen Besitz heruntergeladen hatte, über 100 hatte er zudem in einem besonderen Ordner auch anderen zur Verfügung gestellt.

In seinem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Für den Mann habe gesprochen, so Thielbeer, dass er bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sei und vor Gericht die Taten gestanden habe. Zudem habe er sich reuig gezeigt und sich bereits um therapeutische Hilfe bemüht. Strafverschärfend sei gewesen, dass es sich um eine erhebliche Anzahl von Dateien gehandelt habe und auf einigen der sexuelle Missbrauch zu sehen war.

In einem weiteren Fall verurteilte das Amtsgericht einen 21-Jährigen allein wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Dateien zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 20 Euro, insgesamt 1200 Euro. Bei dem ledigen Werkzeugmacher seien bei einer Durchsuchung 13 kinder- und 107 jugendpornografische Bild- und Videodateien gefunden worden, so Thielbeer.

In dem Moment, in dem man solche Dateien abspeichert, gelangt man in den Besitz und macht sich strafbar. Das Gericht folgte in seinem Urteil auch in diesem Fall dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Strafverschärfend sei gewesen, dass auch in diesem Fall auf einigen Bildern der sexuelle Missbrauch dargestellt war.

Für den Angeklagten habe gesprochen, dass er ebenfalls reuig und geständig gewesen sei und sich wegen solcher Taten noch nicht verantworten musste. Zudem habe er therapeutische Hilfe gesucht.

Um Angeklagte in solchen Verfahren für ihre Taten zu sensibilisieren, weise er sie immer darauf hin, dass sie sich einmal in die Rolle der Kinder hinein versetzen sollten, sagte Thielbeer.

Schon der Besitz ist strafbar

Nach dem Strafgesetzbuch handelt es sich um Kinderpornografie, wenn die Bilder oder Videos (Schriften) sexuelle Handlungen von, an oder vor einer Person unter vierzehn Jahren, die Wiedergabe eines ganz oder teilweise unbekleideten Kindes in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung oder die sexuell aufreizende Wiedergabe der unbekleideten Genitalien oder des unbekleideten Gesäßes eines Kindes zum Gegenstand haben. Schon der Besitz ist strafbar.

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