Auf den Spuren des Heimatforschers

Zeitreise durch Gustav Blumes Münden - Besonderer Rundgang durch Altstadt

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Fabrikant, Lokalpolitiker und Heimatforscher: Gustav Blume, wie er in seinem Buch über Münden abgebildet ist.

Auf den Spuren der Mündener Heimatforschung bewegt sich ein spezieller Spaziergang am kommenden Samstag, 21. September, zu ausgewählten Orten in der Innenstadt.

Geführt wird von Holger Gruber (Heimatforscher) Kathrin Körtge (Stadtführerin). Los geht es um 15 Uhr am Rathaus in der Mündener Altstadt, teilt Kathrin Körtge mit. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden. Um eine Spende für das Spendenparlament wird gebeten.

Der Rundgang stelle neben der Biografie Gustav Blumes einige Sternstunden aus Mündens jüngerer Vergangenheit vor, wobei man vielleicht sogar die eigene Familiengeschichte wiederfinden könne.

Als Spendenparlament und Volkshochschule das „Heimat-Projekt“ für dieses Jahr ausriefen, sei sie über das alte Buch von Gustav Blume, Titel: „Münden vor 50 bis 60 Jahren. Erinnerungen an die alten Häuser der Stadt Münden und ihre Bewohner“, gestolpert, so die Stadtführerin.

In mühevoller Arbeit schrieb Blume eine Serie über die Stadt

Was der Mündener Fabrikant und Lokalpolitiker darin zusammengetragen hat, sei lebendige Heimat-Geschichte.

So machte sie gemeinsam mit Holger Gruber das Buch und seinen Verfasser zum Zentrum einer besonderen Stadtführung, die nun in der Veranstaltungsreihe „Heimat – wo bin ich zuhause?“ läuft. 

Gustav Blume (1859-1935), ein echter „Mündener Junge“, schrieb zunächst zwischen 1924 und 1929 in langwieriger und mühevoller Arbeit eine Zeitungsserie, in der er sämtliche Straßen und Häuser der damaligen Stadt Münden auflistete. 

Persönliche Geschichten und Erlebnisse Mündener Familien

Aus städtischen Akten, auf die er als langjähriger Lokalpolitiker zugreifen konnte, aus zahlreichen Gesprächen mit Einwohnern und nicht zuletzt aus eigenen Erinnerungen habe diese besondere Chronik bestanden, die auch persönliche Geschichten und Erlebnisse von Mündener Familien enthält“, erinnern die Initiatoren der Blume-Führung.

Früh schon sei die Bitte geäußert worden, diese Zeitungsserie auch als Buch erscheinen zu lassen. Die letzten Jahre seines Lebens habe Blume an dem Manuskript gearbeitet, das kurz nach seinem Tod von der Mündener Druckerei Klugkist gedruckt wurde.

Das Buch enthält neben Zeichnungen von Alfred Hesse auch Abbildungen von Persönlichkeiten, Straßen und Gebäuden. Im besten Sinne stelle es also einen Beitrag zur Baugeschichte, zur Kultur- und Familienkunde der Stadt Münden dar.

Unermüdlicher Einsatz für die Heimat 

Als Gustav Blume am 13. November 1935 starb, wurde in zahlreichen Nachrufen sein unermüdlicher Einsatz für die Heimat betont. Auch als leidenschaftlicher Förderer des Fremdenverkehrs wurde er gewürdigt, der jeden Morgen und Abend Gäste an Bahnhof und Dampferanleger begrüßte und verabschiedete. 

Seine Leidenschaft für die Schifffahrt brachte ihm überregional den Spitznamen „Admiral von der Weser“ ein. „All das ist inzwischen vergessen, aber nicht sein Buch, in dem wir heute noch blättern dürfen.“

Ob es ernst zu nehmende Ereignisse sind oder heitere Anekdoten aus dem Alltag der jeweiligen Bewohner: Gustav Blume habe mit seinem Buch kurzweilige Unterhaltung geschaffen. 

„Auf humorvolle Art erweckte er die Mündener Häuser mit ihren Geschichten zum Leben und nicht selten kommt die Eigenwilligkeit und Beharrlichkeit der Mündener Mentalität dabei zum Vorschein.“

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