Von echten Handwerkern lernen 

Zimmermeister erklären Grundschülern in Hann. Münden den Fachwerkbau 

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Spaß an der alten Handwerkskunst. Die Zimmermeister Friedrich Brauner und Ewald Lotze (rechts) mit einer Schülerin der Klasse 4b. 

Was heute Maschinen erledigen, wollen zwei Zimmermeister den Schülern der Grundschule Hermannshagen trotzdem beibringen - und sind überrascht, wie begeistert von dem Geschick einiger Kinder. 

„Herr Zimmermann, können Sie mal kurz schauen?“, tönt es aus allen Ecken im Werkraum der Grundschule Hermannshagen. Es sind die Projekttage „denkmal an schule – Fachwerk allumfassend“ und zwei Zimmermeister sind zu Besuch.

Friedrich Brauner und Ewald Lotze sagten sofort zu, als sie die Einladung von Sabine Momm aus dem Bereich Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege erhielten.

Den Nachwuchs für ihr Handwerk zu begeistern liege ihnen sehr am Herzen, erzählen die beiden. Die Schüler werden an diesem Tag in die Kunst des alten Handwerks des Fachwerkbaus eingeführt. Dabei geht es auch um Grundkenntnisse der Zimmerei und welche Hölzer überhaupt verarbeitet werden

Kinder sind wissbegierig 

Rechteckige Vertiefungen hauen sie in Holzstreben, ein sogenanntes Zapfenloch. Das braucht man, um zwei Hölzer miteinander zu verbinden. Und dazu: einen Zapfen. Was früher in mühsamer Arbeit von Handwerkern erledigt wurde, macht heute eine Maschine in zehn Sekunden, so die Zimmermeister. Aber an diesem Tag geht es in der Grundschule Hermannshagen um das alte Zimmerhandwerk. Im Raum ist es laut, überall wird gehämmert, die Schüler arbeiten emsig an den Zapfenlöchern.

Das freut die Zimmermeister, es sei erstaunlich, wie wissbegierig die Kinder sind. Und vielleicht, sagen sie mit einem Augenzwinkern, wird der eine oder andere in ein paar Jahren ihren Beruf ergreifen. Nebenbei erzählen sie den Schülern von alten Gebräuchen und Sitten der Zimmerer.

"Ein Gefühl dafür kriegen, was sie vor der Haustür haben" 

Besonders das handwerkliche Geschick eines der Mädchen sei ihnen ins Auge gefallen. Manche der Schüler gehen zaghaft vor, andere hauen kräftig mit dem Hammer drauf. Aber alle sind begeistert, bestätigt auch Klassenlehrerin Petra Kittelmann. „Wichtig ist es, dass die Kinder ein Gefühl dafür kriegen, was sie vor der Haustür haben“, sagt Ewald Lotze und meint damit das Material Holz. Beide vierten Klassen der Hermannshäger Grundschule machen mit bei „denkmal an schule“. Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege hat das Konzept aufgelegt, das FachwerkFünfeck hat dafür gesorgt, dass es für die jeweilige Altersgruppe umgeschrieben wird, beide fördern die Aktion. Denkmalpfleger Burkhardt Klapp hat die Schule ins Boot geholt.

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