Trockenheit belastet Landwirte

Zu wenig Regen im Frühjahr – Mindererträge befürchtet

Landwirt auf einem Rübenfeld im Frühjahr bei der Bestandskontrolle
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Landwirt auf einem Rübenfeld im Frühjahr bei der Bestandskontrolle

Grünland und Ackerkulturen können sich nicht voll entwickeln, es ist viel zu trocken. „Mal wieder“, stöhnt Ulf Hagemann und bezieht sich damit auf vorangegangene Frühjahre.

Der Landwirt ist Betriebsleiter der „Dreiländereck GbR“ und bewirtschaftet in einer Gesellschaft Ackerflächen in Südniedersachsen, Nordhessen und Westthüringen.

„Vor allem das Wintergetreide und der Raps auf weniger guten Ackerflächen braucht jetzt dringend Regen“, sagt Hagemann und verweist auf den viel zu trockenen April und den ebenso trockenen Mai – die wichtigsten Monate für das Pflanzenwachstum. Lediglich Ende Februar und Anfang März habe es mal ergiebig geregnet – seit dem hangele man sich von Schauer zu Schauer, „Ein lang anhaltender Landregen ist für die nächsten 14 Tage nicht in Sicht“, merkt er an. Die Rechnung werde zwar erst zur Ernte aufgemacht, aber schon jetzt könne man von 15 bis 20 Prozent Mindererträgen ausgehen auf den flachgründigen Ackerstandorten beispielsweise in seinem Heimatdorf Mollenfelde.

Hinzu komme, dass es im Frühjahr trotz vieler Sonnenstunden durch den kalten Ostwind auch recht kalt gewesen sei: Das habe die Verdunstung begünstigt und die Kälte das Wachstum begrenzt, denn die Pflanzen hätten die Nährstoffe nicht ausreichend aufnehmen können. Durch Beregnung, wie sie etwa in Norddeutschland üblich ist, könne er nicht reagieren. Dazu fehle hier die Infrastruktur, die Topografie und Wasserverfügbarkeit sei eine andere, zumal sich die hohen Investitionen auch nur für beregnungswürdige Kulturen mit hohen Hektarumsätzen wie etwa Kartoffeln und Gemüse lohnen würden. Wohl aber reagiert Hagemann durch eine Ausweitung der Fruchtfolge. Er stellt sich damit breiter auf und streut das Risiko. Nicht nur wegen der Klimaveränderung, sondern auch, um den Verlust von chemischen Wirkstoffen sowie zunehmenden Resistenzen bei typischen Ackerungräsern zu begegnen.

Symbolbild Trockenheit: In der ausgedörrten Erde eines Ackers in Mühlheim, Nordrhein-Westfalen, hat die Gerste Mühe, gut zu gedeihen.

Während in der Region überwiegend Raps, Weizen und Gerste nacheinander in einer Fruchtfolge angebaut werden, wachsen auf den Äckern der Dreiländereck GbR auch Hafer, Ackerbohnen, Zuckerrüben, Mais, Winterdurum und Luzerne.

„Auch wenn wir auch da mittlerweile mit Ertragseinbußen rechnen und jetzt alles dringend Regen bräuchte: Für die im Frühjahr gesäten Kulturen wie Zuckerrüben und Mais sieht es zumindest auf den besseren Standorten derzeit noch gut aus, da die in dieser Zeit noch nicht so viel Wasser benötigen.“

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