Zukunft der Mündener Krankenhäuser: Es geht um den Fortbestand

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Baustelle am Nephrologischen Zentrum Niedersachsen am Vogelsang: Die Arbeiten für den Bau des Klinikums Hann. Münden laufen auf Hochtouren. Im Hintergrund am Horizont ist das alte Gebäude des Krankenhauses Hann. Münden zu sehen. Mit dem Klinikum kommen beide Häuser – Nephrologisches Zentrum Niedersachsen und Krankenhaus Hann. Münden – unter ein Dach.

Hann.Münden. Der Betriebsrat des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen (NZN) wendet sich entschieden gegen die Aussage der Mündener Linken, es gehe bergab mit dem Krankenhaus Hann. Münden.

Ebenso protestiert der Betriebsrat gegen die Äußerung der Linken, die Folge einer drohenden vollständigen Privatisierung sei unter anderem die Vernichtung der Gesundheitsversorgung.

Diese Äußerungen der Linken schadeten den beiden Krankenhäusern in Münden und „sind für deren Fortbestand nicht dienlich“, betonen Cornelia Siegmann, Betriebsratsvorsitzende des NZN, und Ullrich Uhlendorff, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des NZN.

Sie machten am Donnerstag im Gespräch mit der HNA deutlich, worum es dem Betriebsrat geht. „Wir bitten die Bürger und die niedergelassenen Ärzten im Namen der Beschäftigten, die beiden Mündener Krankenhäuser anzunehmen.“ Nur wenn Ärzte Patienten den beiden Häusern zuweisen und Bürger die Einrichtungen annehmen, könnten der Fortbestand des künftigen Klinikums am Vogelsang gesichert und die Arbeitsplätze der Beschäftigten erhalten werden. Hintergrund: Am 20. April hatte die Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (AWO GSD) Antrag auf Planinsolvenz gestellt. (Insolvenz in Eigenverwaltung). Der Insolvenzverwalter kündigte die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für 1. August an.

Sanierungstarifvertrag Die Mitarbeiter leisten ihren Beitrag zum Fortbestand des Krankenhauses in Hann. Münden und zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze, indem sie im Falle einer Übernahme der Krankenhäuser durch einen neuen Betreiber zu finanziellen Zugeständnissen bereit sind, sagten Siegmann und Uhlendorff.

Bei einer Versammlung am Mittwoch hätten die bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisierten Beschäftigten einem Sanierungstarifvertrag zugestimmt. Dieser werde bis 2019 laufen. Auf wieviel Prozent ihres Gehalts die Mitarbeiter verzichten müssen, stehe noch nicht fest, so die Betriebsratsvorsitzende. Ebenso sei noch nicht entschieden, wieviele Beschäftigte vom neuen Betreiber nicht übernommen werden.

Die Mündener Mitglieder der Ärztegewerkschaft Marburger Bund hatten am Mittwoch ebenfalls über die Annahme des Sanierungstarifvertrags abgestimmt. Mit welchem Ergebnis, das verriet der Marburger Bund auf HNA-Nachfrage nicht.

Nach Informationen unserer Zeitung hat ein privatwirtschaftliches Bieterkonsortium aufgrund der gebotenen Kaufsumme offenbar gute Aussichten, den Zuschlag zu bekommen für den Kauf der Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (AWO GSD). Welche Erfolgschancen die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) in Kassel in dem Bieterverfahren hat, ist offen. Die Nordhessen hatten ebenfalls ein Kaufgebot abgegeben. Kooperation mit Uniklinik

Der Privatinvestor habe sich bei den Beschäftigten beider Mündener Krankenhäuser vorgestellt, berichten Siegmann und Uhlendorff. Dabei habe der Kaufinteressent erklärt, er beabsichtige mit der Universitätsmedizin Göttingen für den Standort Hann. Münden und mit der Medizinischen Hochschule Hannover für den Standort Bad Münder zusammenzuarbeiten.

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