700 Besucher

Zweite Tattoo-Convention in der Weserberglandhalle in Hann. Münden

Tattoo-Convetnion in der Weserberglandhalle in Hann. Münden. Oxana Felkner lässt sich von Nicola Ener ein Motiv für ihre Eltern stechen.
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Neues Tattoo: Oxana Felkner (rechts) lässt sich von Nicola Ener ein neues Motiv stechen. Etwa 700 Tattoo-Freunde aus ganz Deutschland kamen am Wochenende in die Weserberglandhalle.

Totenmasken, Herzchen und Mandalas. In Hann. Münden fand die zweite Tattoo-Convention statt. Etwa 700 Besucher füllten die Weserberglandhalle. Es galten Corona-Hygienereglen.

Hann. Münden – Rund 700 Fans von Tätowierungen aus ganz Deutschland haben am Wochenende die zweite Tattoo-Convention in der Weserberglandhalle Hann. Münden besucht. Organisiert hatte die Veranstaltung mit 38 Ausstellern der Mündener Thorsten Krekeler. In der überwiegenden Anzahl hatte er Tattoo-Künstler, Piercing-Studios und Anbieter beispielsweise von Farben und anderem Zubehör aus der Szene für die Teilnahme gewonnen.

Dorin Bendig war ganz begeistert, als er mit nacktem, muskulösem Oberkörper die bevorstehende Session mit dem Nörtener Tattoo-Gestalter Andreas Diedrich besprach. „Ich möchte mir Maori-Motive stechen lassen“, sagte der 24 Jahre alte Göttinger, der sich vor eineinhalb Jahren für sein erstes Tattoo entschied. Der Körperschmuck der Ureinwohner von Neuseeland, zu deren Kultur er gehört, fasziniert den durchtrainierten jungen Mann.

Männer mögen realistische Drastellungen - Frauen mögen Mandalas

Heute ist der Tattoo-Künstler Andreas Diedrich der Künstler seines Vertrauens. Der 39 Jahre alte Vollbartträger am Stechapparat betreibt sein Farbwerk-Tattoostudio in Nörten-Hardenberg im Landkreis Northeim, quasi um die Ecke von Hann. Mündern. 20 Jahre lang ist er schon in diesem Gewerbe tätig, hat in dieser Zeit viel Erfahrung gesammelt, die jetzt Dorian Bendig gerne nutzen will.

Eines der Motive, das auf der zweiten Tattoo-Convention in der Weserberglandhalle in Hann. Münden vorgestellt wurde.

Ein großer Trend bei Männern sind zurzeit realistische Darstellungen, sagt Rudolf Linker, der als Shopmanager in Fulda für die Kette Tattoo-Staf arbeitet, die auch noch in Hamburg und Hannover tätig ist. Dazu zählen beispielsweise Tiere oder mexikanische Totenmasken, die in der Szene unter dem Begriff La Catrina bekannt sind.

Frauen hingegen lassen sich nach den Beobachtungen von Rudolf Linker gerne Mandalas stechen, kreisförmige Ornamente mit indischen Wurzeln. Die 21-jährige Oxana Felker aus Bad Lauterberg wollte im Studio der Kette allerdings ein ganz anderes, ein höchst persönliches Motiv. Sie ließ sich von Nicola Ener (28) die Namen ihrer Eltern samt Geburtsdatum auf das innere Handgelenk stechen. „Das ist meine Premiere heute“, sagt sie über die zum Schmuck gewordene Liebeserklärung an Mama und Papa.

„Es einfach genial“

Gar nicht so wenig Menschen lassen sich bereits zum wiederholten Mal tätowieren. Zu ihnen gehört Alex Knorn aus Hannover. „Das ist jetzt mein zehntes Motiv“, sagt die 41-Jährige. „Ich habe als 18-Jährige angefangen und finde es einfach genial.“

Sie hat sich Pierre Diedrich anvertraut. „Es ist Kunst“, sagt der 30-Jährige selbstbewusst. „Es macht einfach Mega-Spaß.“ Wer sich bei der Convention von den Strapazen der Tätowierungen ausruhen wollte, konnte dies beispielsweise bei Toni Clowni und seinem Luftballon-Zoo oder bei verschiedene Motiv-Wettbewerben tun oder einfach sich von Live-Musik einfangen lassen.

Toni Clowni: Mit seinem Luftballon-Zoo unterhielt er die Besucher der Messe.

Sternege Coronaregeln bei der Convention in Hann. Münden

Die Hann. Mündener Tattoo-Convention wurde auch unter den strikten Auflagen der Coronaregeln gut angenommen. Inzwischen veranstaltet sie Thorsten Krekeler nicht nur in der Drei-Flüsse-Stadt, sondern auch in Alsfeld, Detmold, Höxter, Wolfenbüttel und Wernigerode. Im kommenden Jahr kommt noch Gütersloh dazu.

Jeder Zehnte hat mehrere Tattoos

Nach Angaben des Internet-Portals Statista schmücken sich rund 14 Prozent der Deutschen mit einem Tattoo, etwa jeder zehnte sogar mit mehreren. Rund 39 Prozent meinen, sie seien ein Ausdruck von Persönlichkeit und Individualität. Sichtbare Tattoos werden allerdings unterschiedlich akzeptiert. 66 Prozent fänden sie bei einem Richter nicht in Ordnung, bei Musikern hingegen akzeptieren sie 86 Prozent. Mit einem Anteil von 48 Prozent ist Italien das Land mit dem höchsten Anteil an Menschen mit permanenten Körperschmuck.

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