Bis zum 12. Mai

Zweiter Corona-Ramadan: Muslime in Hann. Münden begehen Fastenmonat

Imam Ömer Demirtas in der türkischen Moschee an der Sydekumstraße in Hann. Münden.
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Imam Ömer Demirtas in der türkischen Moschee an der Sydekumstraße in Hann. Münden.

Heute (13.04.2021) beginnt der Fastenmonat Ramadan. Es ist der zweite Ramadan unter Coronabedingungen. Wie läuft das in Hann. Münden ab?

Hann. Münden – Begrenzte Besucherzahlen in der Moschee, jeder bringt seinen eigenen Gebetsteppich mit, kein gemeinsames Fastenbrechen in großer Runde: Von Dienstag an begehen Hann. Mündens Muslime zum zweiten Mal ihren Fastenmonat Ramadan unter Corona-Bedingungen.

Hann. Münden: In der Moschee herrscht Maskenpflicht

In der türkischen Zentralmoschee, die im Jahr 2000 an der Sydekumstraße 3 eröffnet worden ist, herrscht Maskenpflicht. Wer den Gebetsraum betreten will, muss sich in eine Namensliste eintragen und die Hände desinfizieren. Im repräsentativen Gotteshaus direkt an der Werra gelten wie überall, wo derzeit Menschen zusammenkommen, Hygieneauflagen. „Wir halten uns streng an die Vorgaben des Ordnungsamts“, stellt Vorbeter Ömer Demirtas klar. Er ist froh, dass die Gemeinde überhaupt Tarawih, die besonderen Abendgebete während des Ramadans, verrichten darf. In der Türkei ist das zur Zeit aufgrund der Pandemie nicht möglich.

„Das Fasten ist eine Pflicht, die uns Gott im Koran auferlegt hat“, erläutert Demirtas. Er verweist auf einen entsprechenden Abschnitt im Kapitel Al-Baqara, „Die Kuh“. Vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne, am ersten Tag von 4.53 Uhr bis 20.21 Uhr, dürfen die Muslime nicht essen, trinken oder rauchen. Auch auf Sex sollen sie tagsüber verzichten. „Der Körper kommt zur Ruhe“, erklärt der Vorbeter die Wirkung. Das Fasten sei gesund, wenn sich die Gläubigen auch nach dem Fastenbrechen um Mäßigkeit bemühten. Das sei allerdings aufgrund der vielen leckeren Speisen, die dann serviert würden, nicht einfach. „Der Ramadan ist eine Zeit der geistigen Reinigung“, ergänzt Gemeindemitglied Aydin Demircan. Muslime wollten mit dem Fasten ihr Ego bezwingen. Sie führten während des „heiligen Monats“ ein besonders gottgefälliges Leben. Hunger und Durst mache sie mitfühlender mit den Armen. Muslime würden normalerweise während der Ramadan-Abende andere bewirten. Zudem spendeten sie dann meistens Zakat, ein Almosen, das Gott ihnen im Koran ebenfalls auferlegt habe. „Wir sollen den 40. Teil unseres Jahresreinerlöses den Armen geben“, erläutert Demircan. „Das Geld geht meistens an Hilfsorganisationen, die damit Bedürftige in aller Welt unterstützen, darunter auch Nichtmuslime“, sagt der Vorbeter.

„Unser Gotteshaus steht aber allen Nationalitäten offen“

130 türkische Familien gehören der Mündener Gemeinde an, die sich dem Moscheeverband Ditib angeschlossen hat. Demirtas ist Beamter des türkischen Staats. Sein Vorgesetzter ist der Religionsattaché im türkischen Konsulat in Hannover. „Unser Gotteshaus steht aber allen Nationalitäten offen“, sagt der Religionsbeauftragte. Es beten dort auch Muslime vom Balkan, aus arabischen Staaten oder aus Südasien. Demirtas, der in Kursen beim Goethe-Institut das Sprachniveau B2 erreicht hat, hält seine Predigten auf Deutsch. „Ich will verstanden werden“, betont er.

Der Vorbeter ist bereits zum zweiten Mal als Imam in der Bundesrepublik. Von 2007 bis 2012 war er in Baden-Württemberg tätig. Seit 2018 arbeitet er in der Dreiflüssestadt. (Michael Caspar)

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