Vor sechs Jahren kaufte Peter Schüller das Gebäude von der Bahn - eine Bilanz

Ein Herz für den Bahnhof

Fest zum Fünfjährigen: Nach Umbau und Sanierung des Gebäudes hat der Mündener Unternehmer Peter Schüller vor fünf Jahren den Bahnhof wiedereröffnet. Das will er im September feiern. Fotos: Maaß

Hann. Münden. Peter Schüller ist stolz. Vor sechs Jahren hat er von der Deutschen Bahn das Bahnhofsgebäude in Hann. Münden gekauft und machte daraus ein Vorzeigeobjekt, das es in dieser Form jetzt seit fünf Jahren gibt. Ein Haus, in dem sich Reisende und Mieter wohl fühlen.

Denn fast alle, die heute im Bahnhof ihre Dienstleistungen anbieten, seien von Anfang an dabei. In dem historischen Gebäude bieten derzeit eine Steuerberaterin, ein Taxi-Unternehmen, eine Fahrschule und der TÜV-Nord ihre Dienst an. Am Info-Point der Hessischen Landesbahn können Reisende Fahrkarten kaufen und sich in einem Bistro verpflegen.

Privatfeiern in der Halle

Der Bahnhof mit seiner Halle, die für 80 Personen bestuhlbar sei, etabliere sich zunehmend auch als Veranstaltungsort. Derzeit veranstaltet eine Tanzschule dort Kurse und der Inhaber des Bistros Disco-Veranstaltungen und Live-Auftritte von Bands. Aber auch Privatleute können die Halle für ihre Familienfeiern mieten, so Schüller. Und davon werde immer öfter Gebrauch gemacht.

Rund eine Million Euro hat der EDV-Kaufmann aus Hann. Münden investiert und das Gebäude umgebaut, saniert und auch die Außenmauern von ihrem roten Anstrich befreit, damit das Backsteinmauerwerk wieder zur alten Geltung kommen konnte.

Für die Sanierung erhielt Schüller rund 440 000 Euro an Fördermitteln von der Landesnahverkehrsgeselschaft Niedersachsen. Dafür, so der Unternehmer, müsse er für Bahnkunden aber auch Service wie Fahrkartenverkauf und Toiletten anbieten. Außerdem können Fahrgäste in einem gesicherten Unterstand einen Platz für ihr Fahrrad mieten. Demnächst will er auch Schließfächer für Gepäck aufstellen.

Verbunden mit den Fördermitteln war die Auflage, dass Schüller mit dem Bahnhof keine Gewinne machen dürfe. Mit den Einnahmen decke er die Betriebskosten, die zwischen 15 000 und 18 000 Euro im Jahr lägen, so Schüller.

Alles begann vor etwa sieben Jahren. Schüller suchte damals nach Räumern für sein EDV-Unternehmen, als er einen nicht ganz ernst gemeinten Rat bekam: „Kauf doch den Bahnhof. Er steht zum Verkauf.“ Schüller war von der Idee begeistert. Und die Dinge nahmen ihren Lauf. Ende 2004 begannen die Bauarbeiten, Ende September 2005 waren sie abgeschlossen. „Seitdem ist der Bahnhof mein Steckenpferd“, sagt Schüller.

Zur Eröffnung im September 2005 lud er die Mündener zu einem Fest ein. Und das plant er auch für diesen September, um das fünfjährige Bestehen des Schüller-Bahnhof zu feiern.

Von Ekkehard Maaß

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