Hunde vor Hitze schützen

Jasco, ein einjähriger Belgischer Schäferhund, sucht sich bei diesem Wetter tagsüber einen schattigen Platz im Garten. Foto: Siebert

Hann. Münden. Mündener Tierärzte geben Tipps, wie man Haustiere bei Hitze behandeln sollte.

So schön der Sommer auch ist, die große Hitze macht nicht nur den Menschen, sondern auch Haustieren häufig zu schaffen. Tierbesitzer sollten genau wissen, was ihren Tieren bei der Wärme schadet und was ihnen gut tut, so beispielsweise ist reichliche Flüssigkeitszufuhr genauso wichtig wie bei Menschen.

Die Mündener Tierärzte Kerstin Bensch, Uwe Gottwald und Sören Düvel beantworten dazu Fragen und geben wichtige Tipps, wie die Tiere unbeschadet durch die heißen Wochen des Jahres kommen. Überwiegend geht es dabei um Hunde.

Kann es bei Hunden zu einem Hitzschlag oder Kreislaufkollaps kommen?

Ja. Wichtig ist Rassedispostionen zu beachten, das heißt Möpse, Französische Bulldoggen, Englische Bulldoggen wenn möglich nicht extremer Hitze aussetzen, da diese wegen problematischer Rachenenge schnell einen Kreislaufkollaps bekommen können.

Auch alte Hunde und Hunde mit Herz-Kreislaufproblemen sollten nur in den Morgen- und Abendstunden größere Spaziergänge unternehmen, am besten im schattigen Wald. Wenn man bei großer Hitze unterwegs ist, ist es wichtig, den Hund gut zu beobachten und wenn nötig Pausen bei Spaziergängen im Schatten zu verbringen.

Hunde bei den zurzeit herrschenden Temperaturen am Fahrrad nebenher laufen zu lassen, ist unverantwortlich. Vorsicht bei badefreudigen Hunden, diese bitte nicht überhitzt ohne Abkühlung ins kalte Wasser springen lassen.

Was sind die Anzeichen für Überhitzung beim Hund?

Sehr starkes Hecheln, Apathie, Taumeln, eine dunkle Zunge, manchmal Nervosität oder ein glasiger Blick und Erbrechen, lassen darauf schließen, dass der Hund vermutlich bereits einen Hitzeschlag erlitten hat und in akuter Lebensgefahr schwebt.

Wie kann ich Erste Hilfe leisten?

Das überhitzte Tier muss sofort in den Schatten gebracht werden. Der Körper des Hundes sollte mit handwarmem Wasser beträufelt oder mit feuchten Handtüchern abgedeckt werden, um so die Verdunstungskälte zur Abkühlung zu nutzen.

Auch das dringend notwendige Trinkwasser darf nicht eiskalt sein. Anschließend muss das Tier umgehend zum Tierarzt, auch wenn sich sein Zustand durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen scheinbar verbessert hat.

Können Hunden überhaupt schwitzen?

Hunde besitzen kaum Schweißdrüsen. Damit fehlt ihnen auch das für Menschen typische System der Körperkühlung bei Hitze: Verdunstende Schweißtropfen auf der Haut erzeugen bei Herrchen und Frauchen einen angenehmen Kühleffekt.

Hunde können überschüssige Körperwärme nur über schnelle Atmung und ihre große Zunge abgeben, das typische Hecheln. Hunde mit eher dichtem und langem Fell können im Sommer geschoren werden, damit sie nicht so schnell aufheizen.

Können Hunde einen Sonnenbrand bekommen?

Bei hellen Hunden mit lichtem Fell kann es auch zum Sonnenbrand kommen, diese Hunde benötigen einen Sonnenschutz. Auch das Eincremen mit Sonnencreme auf Nasenspitze und Ohren ist nötig.

Können sich Hunde ihre Fußballen verbrennen, wenn sie über aufgeheizten Asphalt laufen?

Ballenverbrennungen bei Hunden durch heißen Asphalt gibt es vor allem dann, wenn längere Strecken in der Mittagshitze auf stark erhitzen Fußwegen zurückgelegt werden. Hilfreich ist das Testen der Asphalttemperatur mit Hand oder Fuß. Nicht unterschätzen sollten Besitzer ausgedehnte Wanderungen im Urlaub in der Mittagshitze in den Bergen. Durch die erhitzen Steine oder Schotter können genauso schnell Brandblasen entstehen, wie durch heißen Asphalt. Sollten doch Blasen durch Unachtsamkeit entstanden sein, helfen Schuhe, wenig laufen und Panthenolspray oder Wund- und Heilsalben. Wenn möglich sollte bei starken Verbrennungen (viele Blasen an den Ballen) ein Tierarzt aufgesucht werden.

Was sollte man noch beachten?

Hunde nicht im Sommer aus abgestandenen Pfützen trinken lassen, da es sonst zu Erbrechen und Durchfall oder gar zur Ansteckung mit Leptospiroseerregern kommen kann. Hilfe benötigen auf jeden Fall Hunde, die im Auto eingesperrt sind. Dies kommt leider immer wieder vor.

Die Vierbeiner können im heißen Wageninneren schnell irreparable Organschäden oder sogar einen Herzstillstand erleiden. Wer einen Hund im überhitzten Auto sieht, sollte sofort die Polizei anrufen, so kann man vielleicht dem Tier das Leben retten. (zpy)

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