Schneehaus

Iglu im eigenen Garten in Escherode

Haus aus Eis und Schnee: Sarah Degen, Sohn Milan und Marvin Degen vor dem selbst gebauten Iglu in Escherode.
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Haus aus Eis und Schnee: Sarah Degen, Sohn Milan und Marvin Degen vor dem selbst gebauten Iglu in Escherode.

Das hat es sicher seit Jahren nicht mehr gegeben. Ein echtes Iglu in einem Garten in Escherode. Schnee und Kälte machten es möglich. Aber jetzt taut es.

Escherode – Seine Tage sind gezählt, aber noch steht es. Das Iglu von Familie Degen im Eichenweg im Staufenberger Ortsteil Escherode. Gebaut hat es Marvin Degen (33) zusammen mit seinem vierjährigen Sohn Milan. Und der hatte eigentlich auch die Idee dazu, angeregt durch das Foto eines Zeitungsausschnittes aus der HNA, das das Iglu seines Urgroßvaters Gerhard Wandel im Januar 1985 zeigt.

Milan hatte es bei seiner Großmutter, Margit Wandel, gesehen. Das Iglu ihres Vaters stand in Landwehrhagen auf dem Betriebshof seines Recyclingunternehmens im Breiten Weg und habe sage und schreibe 40 Personen Platz geboten, erinnert sich Margit Wandel. Sie war damals 22 Jahre alt. Ihr Vater hatte ein Fest veranstaltet und innen an beiden Seiten Stühle aufgestellt. Seine Gäste verköstigte er mit Gulaschsuppe, Glühwein und Bier.

Von dieser Größe ist das Iglu ihres Sohnes Marvin weit entfernt. Aber immerhin bietet es Platz für die ganze Familie, zu der neben Marvin und Milan Mutter Sarah gehört. Und es sei sehr romantisch, wenn im Inneren ein Feuer oder eine Kerze brennt, sagt Margit Wandel.

Märchenhaft und geheimnisvoll: Wie ein Schneepalast sieht es aus, das erleuchtete Iglu am Eichenweg in Escherode.

Ihr Vater hatte sein Groß-Iglu mithilfe eines Radladers und Stahlmatten gebaut, bei Sohn Marvin war alles Handarbeit. Die einzelnen Blöcke habe er mithilfe einer Spielzeugbox von Milan geformt, erzählt Margit Wandel. Er habe die Kiste mit Schnee gefüllt, ihn dann befeuchtet und festgeklopft, das Ganze umgedreht und den fertigen Block herausgelöst. Rund 140 Mal ging das so.

2,40 Meter hoch ist das Iglu und hat einen Durchmesser von etwa drei Metern. Schwierig sei die Spitze gewesen, sagt Marvin Degen, und dabei habe auch seine Frau Sarah geholfen.

Die Anleitung für das kuppelförmige Schneehaus hat die Familie im Internet gefunden. An zwei Abenden hat der Landmaschinenschlosser das Iglu dann hochgezogen. Reine Bauzeit: etwa zehn Stunde. Auftakt war am vergangenen Donnerstag, Einweihung am Samstag. Und jetzt geht die ganze Pracht im Tauwetter wieder dahin. So schnell wird es ein Iglu im südlichsten Zipfel Niedersachsens wohl nicht mehr geben. (Ekkehard Maass)

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