Immer an der Grenze lang

Dankelshausen. Der Grenzbegang diente einst dazu, Streitigkeiten auszuräumen - heute ist er ein Fest.

„30 Euro zum Ersten, zum Zweiten und - zum Dritten.“ Als Dankelshausens Ortsbrandmeister Stefan Göbert am Samstagmorgen im Stile eines Auktionators den Hammer symbolisch durch die Luft schwingt und die Edelweiß-Musikanten einen Tusch anstimmen, brandet Applaus auf. Soeben hat Göbert den ersten von insgesamt 167 Grenzsteinen versteigert, die im Rahmen des zweitägigen, von den Dankelshäuser Vereinen ausgerichteten Grenzbierfestes unter den Hammer kamen.

Bei der Versteigerung der Grenzsteine ging es allerdings nicht darum, tatsächlich einen solchen Stein zu erwerben und diesen mit nach Hause zu nehmen. Vielmehr übernahm derjenige, der den Zuschlag bekam, eine Patenschaft und seine Initialen wurden darauf verewigt. Der Erlös floss in die Kassen der Dankelshäuser Vereine, um damit die Unkosten für das Grenzbierfest zu decken.

„Ich finde es großartig, dass dieses Fest einer Jahrhunderte alten Tradition folgend wieder einmal stattfindet und dass so viele Menschen daran teilnehmen“, freute sich Schedens Gemeindebürgermeisterin Ingrid Rüngeling. Jeweils mehr als 100 Männer, Frauen und Jugendliche waren gekommen, um an beiden Tagen gemeinsam die Wanderung entlang der Grenzen zwischen Scheden, Dransfeld, Varlosen, Mielenhausen und Bühren mitzumachen.

„Der Sinn eines solchen Grenzganges besteht ja eigentlich seit jeher darin, Grenzstreitigkeiten auszuräumen“, erklärte Mitorganisator Gerald Elias. Heutzutage seien solche Streitigkeiten aber eher die Ausnahme. Beim heutigen Grenzbierfest, das seit 1985 im zehnjährigen Rhythmus stattfinde, stehe die Geselligkeit im Vordergrund.

Und genau diese wurde auch beim 4. Grenzbierfest wieder ganz groß geschrieben. Neben dem Grenzgang wurde am Samstagabend in der Festscheune zur Live-Musik der „Sterntaler“ getanzt und gefeiert und am Sonntag klang das Fest mit einem bunten Nachmittag mit Kaffe, Kuchen, Gegrilltem und musikalischer Unterhaltung durch Harry Kühne aus.

Und weil bei alledem auch noch das Wetter perfekt mitspielte, durften sich Organisatoren und Teilnehmer am Ende über eine rundum gelungene Veranstaltung freuen. (per)

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