Ellershausen in Corona-Zeiten

Ein Dorf zeigt seine Kreativität - Blumenzwiebeln und Geschichten in Coronazeiten

Die fünfjährige Jule Tewes malte zuhause Steine bunt an, um diese dann vor den Hautüren im Dorf auszulegen.
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Die fünfjährige Jule Tewes malte zuhause Steine bunt an, um diese dann vor den Hautüren im Dorf auszulegen.

Auch wenn das Coronavirus das soziale Leben der Menschen aktuell stark einschränkt, trägt es hier und da auch schöne Blüten.

So etwa in Ellershausen, wo sich die Menschen derzeit kreativ zeigen und sich mit kleinen Gesten gegenseitig große Freude bereiten.

Los ging es mit einer Aktion von Kindern, die per Handy verabredeten, zuhause jeder für sich Steine bunt zu bemalen und diese dann vor den Häusern im Dorf zu verteilen.

Nicht weniger gut kam die Aktion eines bislang Unbekannten an, der auf Bänken an einem beliebten Ellershäuser Wanderweg wetterfest laminierte Geschichten auslegte und diese mit passenden Utensilien wie kleinen Figuren oder passenden Bildern dekorierte.

Ebenfalls sehr kreativ zeigte sich ein weiterer Unbekannter, der vor jedem Haus in Ellershausen eine Blumenzwiebel auslegte mit der Aufforderung, diese im Vorgarten zu pflanzen.

„Da in jedes Haus eine kleine Knolle hüpft, bin ich gespannt, wie viele meiner Art im Sommer die Vorgärten schmücken um die Verbundenheit unseres Dorfes zu demonstrieren“, war am Ende der beigelegten Gebrauchsanweisung zu lesen. Dann ist da noch die tolle Idee des neunjährigen Marlon Ahlborn, der Teelichter vor alle Haustüren stellte, bei denen nach dem Abbrennen folgender Wunsch zu lesen war: „Bitte bleibt gesund! Marlon“.

Marlon Ahlborn (9) stellte Teelichter vor Haustüren, bei denen nach dem Abbrennen ein Wunsch zu lesen ist.

Und auch die jüngste Aktion trägt schon kurz nach dem Start erste Früchte. Nachdem am Dorfbrunnen ein Schild mit der Aufforderung angebracht worden war, die dortige Linde mit selbst bemalten Ostereiern zu schmücken, waren die ersten Exemplare schon wenige Stunden später aufgehängt.

„Ich finde es großartig, wie sich die Menschen und vor allem die Kinder hier im Dorf zu beschäftigen wissen und mit wie viel Ideenreichtum und Liebe sie ihren Mitmenschen eine Freude machen“, sagt Niemetals Gemeindedirektorin Stefanie Freitag.

Das zeige zum einen, dass sich die Ellershäuser von der aktuellen Ausnahmesituation nicht unterkriegen ließen, zum anderen, dass die Dorfgemeinschaft hier noch „hundertprozentig intakt“ sei.

VON PER SCHRÖTER

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