Mahnwache

Initiative in Dransfeld: Erinnern an Reaktorunfälle in Tschernobyl und Fukushima

Mahnwache: Ernst Achilles-Wengel und seine Mitstreiter vor der St. Martini-Kirche in Dransfeld an der Langen Straße.
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Mahnwache: Ernst Achilles-Wengel und seine Mitstreiter vor der St. Martini-Kirche in Dransfeld an der Langen Straße.

In Dransfeld gab es am Montag (26.04.2021) eine Mahnwache. Erinnert wurde an die Atomunfälle in Tschernobyl und Fukushima.

Dransfeld – Am Montag jährte sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 35. Mal. Mit einer Mahnwache erinnerten in Dransfeld rund ein Dutzend Menschen an das bislang größte Unglück seiner Art, das nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit rund 4 000 Todesopfer vor allem durch Krebserkrankungen kostete und das für Millionen von Menschen gesundheitliche Spätfolgen nach sich zog.

Tschernobyl jährt sich zum 35. mal

Wie schon im Vorjahr fand die Mahnwache auch diesmal unter strikter Einhaltung der Corona-Bestimmungen statt. „Tschernobyl vor 35 Jahren und Fukushima vor zehn Jahren haben gezeigt, dass die Atomtechnologie nicht beherrschbar ist und dass es wichtig ist, immer wieder an diese beiden Ereignisse zu erinnern und auch die Gefahren hinzuweisen“, betonte Mitorganisator Ernst Achilles-Wengel.

„Wir gedenken heute der Opfer und denken an die Menschen, die immer noch erhebliche gesundheitliche Folgen zu tragen haben, auch in den bereits folgenden Generationen.“

Die Waldbrände, die im vergangenen Jahr rund um das zerstörte Kernkraftwerk von Tschernobyl wüteten und durch die erneute Radioaktivität freigesetzt wurde, hätten außerdem gezeigt, dass das Thema Tschernobyl noch immer nicht erledigt sei.

Kommunikation im Fall Würgassen in der Kritik

Für Ernst Achilles-Wengel und seine Mitstreiter habe es aber noch einen weiteren Grund für diese Aktion gegeben. „Nachdem die Bevölkerung vor einem Jahr völlig überraschend darüber informiert worden war, dass auf dem Gelände des zurückgebauten Atomkraftwerks Würgassen ein Atommüll-Großlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll aus dem ganzen Land errichtet werden soll, der dort gesammelt und später ins umstrittene Endlager Schacht Konrad transportiert und dort eingelagert wird, werden die Pläne dafür jetzt immer konkreter“, meinte Achilles-Wengel. Spätestens 2027 werde mit einem hohen Aufkommen von Atommülltransporten im weiteren Umland des nur rund 30 Kilometer Luftlinie von Dransfeld entfernten Würgassen zu rechnen sein.

Würgassen darf ohne ein transparentes Verfahren und ohne Beteiligung der dort lebenden Menschen nicht zum Atommüll-Verschiebe-Bahnhof werden“, so die Forderung der Mahnwachen-Teilnehmer. (Per Schröter)

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