Bürgermeister Grebenstein reagiert

Demo für mehr Kitaplätze geplant: Staufenberger Initiative fordert bessere Betreuung für Kinder

Blick auf die Kita Lutterberg: Im Sommer wurde der Anbau fertig, mit dem der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Kooperation mit der Gemeinde Staufenberg 15 neue Krippenplätze geschaffen hat.
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Blick auf die Kita Lutterberg: Im Sommer wurde der Anbau fertig, mit dem der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Kooperation mit der Gemeinde Staufenberg 15 neue Krippenplätze geschaffen hat.

Viele Kinder in der Gemeinde Staufenberg haben keinen Kitaplatz bekommen. Dagegen formiert sich nun eine Initiative. Die Eltern haben für Dienstag, 20.04.2021, eine Demo geplant.

Staufenberg – In der Gemeinde Staufenberg gibt es Kinder, die keinen Kitaplatz bekommen. Dieses Problem beschäftigt die Verwaltung, Kita-Träger und Eltern schon längere Zeit. Nun hat sich im März dieses Jahres eine Initiative gegründet, die sich für mehr Kitaplätze einsetzt. Sie trägt den Namen „Initiative Kitamangel Staufenberg“ und hat für Dienstag, 20.04.2021, eine Demonstration ab 17 Uhr in Landwehrhagen geplant. Start ist an der Spiekershäuser Straße, am Ortsausgang.

Laut Iniative: 84 Kinder in Staufenberg ohne Kitaplatz

„Wir fordern Betreuungsplätze für alle Kinder in der Gemeinde Staufenberg“, heißt es auf der Website der Vereinigung. Aktuell seien 84 Kinder in der Gemeinde an der Grenze von Niedersachsen zu Hessen ohne Kitaplatz. Das bestätigte ein Sprecher der Initiative, Thomas Krieter, im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese Zahl stamme vom Landkreis Göttingen.

Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein widerspricht dieser Zahl. Laut seiner Aussage seien es weniger. „Die uns als Gemeinde von den zwei Trägern der Kitas (Kirche und ASB) gemeldeten Gesamtzahlen belaufen sich seit Mitte März, nachdem die Absagen an die Eltern ergangen sind, auf exakt 55 Plätze“, so Grebenstein. Diese Zahl sei „amtlich verbürgt.“

Sitzung in Staufenberg wegen Demo abgesagt

Die Absagen seien der ausschlaggebende Punkt gewesen, um diese Initiative zu Gründen, so Krieter. „Es ist schwer, an alle Eltern heranzukommen“, berichtet er weiter. Insgesamt hätten sich 48 Staufenberger der Initiative angeschlossen, viel sei via Facebook und Mund-zu-Mund-Propaganda entstanden. Aber warum die Demo am Dienstag? „Die Gemeinde hat an diesem Tag eine Sitzung geplant“, berichtet er. In dieser solle es nach Informationen, die der Initiative vorliegen, um das Thema Kitaplätze gehen. Daher sei geplant, zum Rathaus in Landwehrhagen zu ziehen. Abstimmungen mit dem Landkreis dazu liefen noch.

Grebenstein reagierte nun auf die Demopläne: „Die geplante Sitzung war zunächst als Arbeits- und Sondierungssitzung rein intern und nicht öffentlich anberaumt, um vertraulich und diskret Lösungsansätze zu beraten“, teilt er mit. Man habe sich nun entschlossen, die Sitzung abzusagen. Hintergrund sei, dass im Zuge der Coronapandemie und dem damit verknüpften Infektionsrisiko eine solche Demo als bedenklich für die Sitzungsteilnehmer gelte. „Fragwürdig finde ich die Demo angesichts der besonderen Risiken zu Corona-Zeiten. Wie soll sichergestellt werden, dass Infektionsrisiken und Hygieneregeln eingehalten werden?“.

Gemeinde Staufenberg: Es gibt verschiedene Lösungsansätze

Die Initiative wiederum schreibt auf ihrer Internetseite, dass Mund-Nasenschutz getragen und dass der Sicherheitsabstand gewahrt werden müsse. Ziel der Demo sei es, auf den Missstand hinzuweisen und die Verantwortlichen zum Einlenken zu bewegen. „De facto werden die Eltern alleine gelassen“. Auf der Seite heißt es zu den Zielen: „Die kurzfristige Schaffung von Betreuungsplätzen im Jahr 2021“ und „der Bau weiterer Betreuungseinrichtungen für mittel/langfristige Planungssicherheit“.

Laut Grebenstein gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten: ein Waldkindergarten mit bis zu 15 Kindern, die übergangsweise Nutzung einer geeigneten Dorfgemeinschaftsanlage und die Containerlösungen in Form von Wohnmodulen. Seit Mitte März werde „sehr engagiert und akribisch“ an einer Lösung gearbeitet.

„Die Gemeinde Staufenberg hat in den letzten 5 Jahren insgesamt 5,8 Mio. Euro in die laufende Unterhaltung und Betriebsführung der Kindergärten investiert. Hiervon wurden vom Landkreis Göttingen, der gesetzlicher und originärer Träger der Kinder- und Jugendhilfe ist, lediglich 535 000 Euro an Zuwendungen gezahlt. Dies ist ein ziemlich krasses Missverhältnis“, so der Bürgermeister. (Jens Döll)

Bereits Anfang 2020 hieß es, die Frage müsse gelöst werden, wie zusätzlich neue Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden können. Zudem war 2018 die Rede von Klagen, wenn die Gemeinde keine Kitaplätze schaffe. Das Problem fehlender Kitaplätze treibt Staufenberg also schon seit geraumer Zeit herum.

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