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Staufenbergs Bürgermeister Grebenstein über die Pläne für 2022: „Wir haben viel vor der Brust“

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Von: Jens Döll

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Bürgermeister Bernd Grebenstein von Staufenberg sitzt am Schreibtisch in seinem Dienstzimmer im Rathaus im Ortsteil Landwehrhagen.
In seinem Dienstzimmer in Landwehrhagen: Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein. © Jens Döll

Bernd Grebenstein ist in der zweiten Amtszeit Bürgermeister von Staufenberg. Wir haben mit ihm über den Mangel an Kitaplätzen, Corona und Bauprojekten im Jahr 2022 gesprochen.

Staufenberg – Bernd Grebenstein wurde im vergangenen Jahr als Bürgermeister von Staufenberg wiedergewählt. Wir haben mit ihm über das Jahr 2021 und die wichtigsten Aufgaben für 2022 gesprochen.

Wie haben Sie ihre Wiederwahl empfunden?

Ich sehe meine Arbeit mit starkem Votum bestätigt. 75 Prozent machen mich stolz. Aber ich denke auch selbstkritisch über die „Nein-Stimmen“ und Nichtwähler nach. Wie kann ich sie überzeugen? Die Zusammenarbeit mit dem Rat und den neuen Mandatsträgern stimmt mich positiv.

Worin sehen Sie die aktuell größte Herausforderung?

Eindeutig die Coronapandemie. Diese beeinflusst die ganze Gesellschaft und somit auch den Betrieb in der Verwaltung. Wir können uns nicht so treffen wie geplant, Sitzungen fallen aus. Die Verwaltung läuft momentan auf Sparflamme.   Bis jetzt hatten wir ein gutes Krisenmanagement und auch die Test- und Impfmöglichkeiten in Staufenberg wurden im vergangenen Jahr auf- und ausgebaut. Die Pandemie steht momentan leider über allem

Abseits von Corona ist die Kinderbetreuung in der Gemeinde ein großes Thema. Vergangenes Jahr gab es eine Demo...

....die mich nicht überrascht hat. Der Druck auf die Eltern ist extrem hoch und ich habe die Anzeichen für die Situation (Mangel an Kitaplätzen, An.d.Red.) schon vor Langem erkannt. Als die Elterninitiative „Kitamangel Staufenberg“ gegründet wurde, war ich schon überrascht. Mittlerweile bin ich froh, dass es sie gibt, wir stehen in regem Austausch. Natürlich gibt es Differenzen.

Wie wollen Sie dem Mangel an Kitaplätzen begegnen?

Für Escherode laufen gerade die Abstimmungen mit dem Landkreis wegen der Waldkita auf dem Gelände der Gastwerke. Zudem soll die Dorfgemeinschaftsanlage in Uschlag umgestaltet werden, sodass dort 50 Kinder betreut werden. Träger davon wird der Kirchenkreis Göttingen-Hann. Münden.

Der Rat der Gemeinde Staufenberg hat die Verantwortung für die Kitas wieder ab 2023 an den Landkreis zurückgegeben ...

Das Verhältnis zum Landkreis ist momentan etwas kühl. Ich habe dem Landrat, Herrn Riethig, ein Gesprächsangebot unterbreitet. Ich bin auf die Reaktion gespannt. Mir wurde immer vorgeworfen, ich sei nicht gesprächsbereit. Es muss aber jetzt Gespräche geben. Für die Eltern, die Kinder und die Träger ist es wichtig, so schnell wie möglich zu wissen, wie es weiter geht.

Welche Projekte sind noch wichtig?

Wir haben viel vor der Brust, die werden wir auch nicht alle schaffen. Corona hemmt die Entwicklung. In Landwehrhagen soll der Neubau für die Feuerwehr entstehen. Der Spatenstich ist für Juni geplant. In Sichelnstein soll das Feuerwehrhaus um einen Sozialtrakt erweitert werden. Zudem soll der Sportplatz in Landwehrhagen im Sommer fertig sein und es läuft die Planung für die Sanierung von drei Straßen in Sichelnstein, Escherode und Speele. Zudem werden wir das Land Niedersachsen bei der Ortsdurchfahrt in Beterode begleiten, die Gemeinde ist für den Gehwegsausbau zuständig. Das Dorfgemeinschaftshaus in Landwehrhagen soll barrierefrei werden und die Gemeinde will zusammen mit Niestetal und Nieste ein Hochwasserschutzkonzept aufstellen. Das ist vor allem für Dahlheim und Uschlag wichtig.

Und langfristige Projekte?

Bis 2026 soll der Campus in Landwehrhagen umgesetzt werden. Das heißt Kita, Turnhalle und Schule energetisch sanieren. Die Hermann-Gmeiner-Schule soll zur offenen Ganztagsschule werden, dafür braucht es eine Mensa. Die kann dann auch von der Kita genutzt werden. Dazu muss aber auch das staatliche Schulamt ins Boot geholt werden. Um Staufenberg mit der Lage an der Autobahn, zwischen Kassel und Göttingen, weiter attraktiv zu machen, müssen wir auch das Neubaugebiet in Uschlag weiter planen. Aber dafür muss erst die Frage der Kinderbetreuung geklärt werden.

Noch mal zu Corona. Wie wirkt sich die Lage auf die Menschen aus?

Die Leute werden corona-müde, man merkt es. Es hat ja unser Leben total verändert. Die Veranstaltungen fehlen und man entfremdet sich. Mir fehlen die persönlichen Begegnungen mit den Menschen. Nur Impfen ist der Weg aus der Krise. In Staufenberg gibt es glücklicherweise bis jetzt noch keine Anti-Coronamaßnahmen-Demos.

Was wünschen Sie sich als Bürgermeister für das Jahr 2022 und allgemein für Ihre zweite Amtszeit?

Der Haushalt und damit die Finanzlage als Dreh- und Angelpunkt unseres kommunalen Handelns muss weiterhin seriös und mit Maß und Mitte gemanagt werden. Dies ist auch die Grundvoraussetzung, um die Zielvereinbarung zur Entschuldung mit dem Land Niedersachsen zu erfüllen.  Wichtig ist mir aber auch, weiterhin alle Ortsteile mitnehmen. Ich wünsche mir einen guten Diskurs mit den Ortsbürgermeistern und -räten, um dafür zu sorgen, dass sich Staufenberg auch künftig entwickelt.

Zur Person

Bernd Grebenstein (55) stammt aus einer selbstständigen Bäckerfamilie und wurde in Meißner-Weidenhausen im Werra-Meißner-Kreis geboren. Er ist verheiratet und hat einen 19-jährigen Sohn. Der gelernte Bankkaufmann und diplomierte Bankbetriebswirt „Management“ mit dem Bachelor of Arts war bis 2014 rund 20 Jahre Marktbereichsleiter und Repräsentant der VR-Bank in Südniedersachsen. Seit 2014 ist Grebenstein Bürgermeister der Gemeinde Staufenberg. Er wohnt mit seiner Familie in Landwehrhagen.

Interviews mit den Bürgermeistern von Hann. Münden und Dransfeld

Im Gespräch mit unserer Zeitung waren auch der Samtgemeindebürgermeister von Dransfeld, Mathias Eilers, und Hann. Mündenes neuer Bürgermeister, Tobias Dannenberg. Wir haben mit ihnen über die Hoffnungen, Ziele und Hindernisse im Jahr 2022 gesprochen. (Jens Döll)

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