80 Jahre für andere da

Die ersten Mitglieder des DRK-Ortsverbands Wiershausen im Jahr 1935: (oben von links) Karl Beuermann, August Grimme, Albert Stein, Heinrich Petereit, Willi Quantz, Paul Fette, (unten von links) Willi Zuber, Theodor Danne und Heinrich Keunecke. Repro/Foto: Künemund 

Wiershausen. Der DRK-Ortsverband Wiershausen hat Jubiläum.

Anderen Menschen zu helfen, ist der Grundgedanke des Deutschen Roten Kreuzes. „Denen, die Hilfe brauchen“, ergänzt Gerhard Reimer, seit 1989 Vorsitzender des DRK-Ortsverbands Wiershausen. In diesem Jahr wird der Wiershäuser Verband 80 Jahre alt, die erste schriftliche Erwähnung inklusive Foto der Gründungsmitglieder ist auf das Jahr 1935 datiert. Eine Feier aber planen Reimer und seine aktuell 87 Mitstreiter nicht. „Das wenige Geld, das wir haben, investieren wir lieber in soziale Projekte“, sagt er.

Aufgaben, die sich der DRK-Ortsverband auf die Fahne schreibt, sind unter anderem die gängigen Blutspende-Aktionen, Erste-Hilfe-Kurse und Seniorennachmittage. Auch bieten die Wiershäuser jeden Montag Seniorengymnastik an und organisieren regelmäßig Ausflüge. Wichtig seien aber auch, sagt Reimer, Kranken- und Geburtstagsbesuche. „Man darf da keine Berührungsängste haben. Es ist hart, einen Krebskranken in seinen letzten Tagen zu begleiten. Aber wir haben den Ansporn, ihm alles so angenehm wie nur irgendmöglich zu bereiten“, so Reimer. Bei den Geburtstagsbesuchen, gerade von älteren, alleinlebenden Damen, komme es oft vor, dass die Familie gar nicht anwesend sei. „Da nehme ich mir dann eine Stunde Zeit für ein Gespräch und versuche, das Gefühl der Einsamkeit zu lindern“, erklärt Reimer.

Bis 2005 hatte der Ortsverband zudem noch eine eigene Unfallhilfsstelle, unter der Leitung von Friedhelm Quantz. „Dort wurden zum Beispiel Kinder nach einem Fahrradsturz erstversorgt“, erklärt Reimer. Doch das sei wegen der besseren ärztlichen Versorung heute nicht mehr nötig.

Eine wichtige Rolle in der Historie des Wiershäuser Roten Kreuzes spielte ferner das Grenzdurchgangslager Friedland. Dort hätten sich vor allem Elisabeth Günther und Elisabeth Ries (beide verstorben) außerordentlich engagiert und hilfsbedürftige Menschen betreut. „In Notfällen war Elisabeth Günther sogar bei Nacht und Nebel zu Fuß unterwegs. Immer bereit, anderen Menschen zu helfen, obwohl sie selbst vier kleine Kinder zu versorgen hatte“, erinnert sich Reimer.

Ähnlich lobende Worte findet er für Elisabeth Ries, die 60 Jahre lang DRK-Mitglied war und ihren Mann Hermann, der Vorgänger Reimers als Vorsitzender des Ortsverbands war, immer tatkräftig unterstützte.

„Wir sind stolz darauf, was wir im DRK-Ortsverband bisher geleistet haben und wollen so weiter machen“, sagt Gerhard Reimer. Ans Aufhören denkt der 76-Jährige als Vorsitzender selbst auch noch nicht. „So lange es die Gesundheit zulässt, werde ich mich weiter einbringen.“

Von Florian Künemund

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