100 Jahre bauen mit Holz

Auftrag unter blauem Himmel: Die Zimmerleute auf einer Baustelle in der „Schönen Aussicht“. Foto: Siebert Baubeginn 1937: Die Siedlung in Hemeln, jetzt Bürgermeister-Wallbach-Straße, entsteht. Fotos: privat/Repro: Siebert Die Anfänge: Firmengründer Ernst Lotze auf dem Dach der neuen Scheune in Bursfelde. Auf der Baustelle: Im Jahr 1937 wurde die Scheune in Bursfelde auf dem Klostergut gebaut. Innovativ und modern: Die Mitarbeiter der Firma Lotze rücken technisch gut ausgerüstet zu ihren Projekten an. Foto: Siebert
+
Auftrag unter blauem Himmel: Die Zimmerleute auf einer Baustelle in der „Schönen Aussicht“. Foto: Siebert Baubeginn 1937: Die Siedlung in Hemeln, jetzt Bürgermeister-Wallbach-Straße, entsteht. Fotos: privat/Repro: Siebert Die Anfänge: Firmengründer Ernst Lotze auf dem Dach der neuen Scheune in Bursfelde. Auf der Baustelle: Im Jahr 1937 wurde die Scheune in Bursfelde auf dem Klostergut gebaut. Innovativ und modern: Die Mitarbeiter der Firma Lotze rücken technisch gut ausgerüstet zu ihren Projekten an. 

Das Team der Zimmerei Lotze hat einen besonderen Grund zum Feiern. Am Samstag, 27. April, findet von 14 bis 18 Uhr die offizielle Geburtstagsfeier zum 100-jährigen Geschäftsbestehen mit einem Tag der offenen Tür auf dem Firmengelände im Sandweg in Hemeln statt.

Vorgesehen sind unter anderem die Vorstellung der neuen Einblasmaschine für Zellulosedämmung sowie ein Rückblick auf die ausgeführten Objekte des Unternehmens von 1913 bis jetzt auf zahlreichen Bildtafeln. Maschinen und Werkzeuge von früher und heute werden gezeigt und die Besucher können sich zudem über ein vielfältiges Angebot an Dachziegeln informieren.

An einem Nagelbalken kann jeder seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Und wer möchte, kann sich Herzen aus Schiefer schlagen. Gegen 15.30 Uhr wird der Musikexpress Hemeln aufspielen. Essen und Trinken gibt es reichlich.

Download der Sonderseite "Zimmerei Lotze"

Für Getränke, Bratwurst, Kaffee und Kuchen sorgen der KKSV Hemeln, der FC Glashütte, die Freiwillige Feuerwehr Hemeln und die Unternehmerfrauen im Handwerk.

Zum Jahresbeginn haben Ewald und Silke Lotze die Geschäftsleitung der Traditionsfirma in die Hände von Tochter Meike Lotze-Franke und Schwiegersohn Michael Franke, Zimmerer- und Dachdeckermeister und Restaurator im Zimmererhandwerk, übertragen. Aber wie schon bei den früheren Generationswechseln werden sie den Nachfolgern in der vierten Generation weiterhin zur Seite stehen.

Traditionshandwerk mit Blick in die Zukunft

In den 100 Jahren hat sich die Zimmerei Lotze in Hemeln zu einem Unternehmen entwickelt, in dem Tradition und Innovation eng miteinander verbunden sind.

Im Jahr 1976 übernahm Ewald Lotze die Zimmerei in der dritten Generation. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1913 von seinem Großvater Ernst Lotze. Der Betrieb befand sich zuerst am Dreschschuppen, wurde dann aber im Jahr 1932 in den Sandweg, den heutigen Standort, verlegt.

Im Jahr 1953 übernahm Ewald Lotzes Vater Heinrich Lotze den Betrieb, der diesen bis Ende 1975 leitete. Da nach Ewald Lotzes Betriebsübernahme die Neubautätigkeit nachließ, wagte man den Einstieg in die Altbausanierung.

Projekte in der Altbausanierung

Als erster Altbau wurde das Gebäude Ochsenkopf saniert, dann Tauers Mühle. Seitdem ziehen sich die Sanierungsarbeiten der Zimmerei Lotze durch die gesamte Altstadt – einschließlich der Räumlichkeiten im Schloss.

Ein besonderer Arbeitsbereich sind Kirchendächer und alte Glockenstühle aus Holz sowie das Kegeldach der Mündener Rotunde aus 55 Kubikmetern Eichenholz. Ein gut sortiertes Lager aus trockenem, alten Eichenholz sowie Lärche und Douglasie ist vorhanden, um alle baulichen Anforderungen zu erfüllen.

Weitere Arbeitsbereiche

Auch Holzhausbau, Wintergärten, Aufstockung von Altbauten und die energetische Sanierung gehören zu dem großen Angebot der Firma Lotze. Die Dacheindeckung ist neben der Altbausanierung und Zimmerei ein weiterer Arbeitsbereich des Hemelner Betriebes. Zimmerer und Dachdecker arbeiten Hand in Hand bei der energetischen Sanierung von Dächern und Wänden.

Ein besonderes Sanierungsobjekt war die „Windmühle“ – eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude Mündens. Da mussten schwierige baukonstruktive Details wieder hergestellt werden. Auch der Holzhausausbau in Holzrahmenkonstruktion für Aufstockungen von Häusern mit Flachdächern sowie das komplett schlüsselfertige Holzhaus ist im Leistungsspektrum der Zimmerei Lotze eingebunden. Dafür steht zum Beispiel das Tagungszentrum in Bursfelde, für das die Fachleute von Lotze verantwortlich sind.

Ebenfalls im Tagungszentrum Bursfelde wurden durch den Elementbau zwei Wochen Bauzeit eingespart. Das heißt, die Zimmertrennwände wurden in großen Tafeln mit dem Kran eingebracht und eingesetzt, anschließend wurde das Dach aufgesetzt. Nach Darstellung von Ewald Lotze ist das eine einmalige Bauweise.

Fuhr Firmengründer Ernst Lotze noch mit Handwagen und Pferdefuhrwerk zum Kunden, so ist heute eine technische Ausrüstung erforderlich. Um alle Bereiche des Zimmerer- und Bedachungsbetriebes effektiv abarbeiten zu können wurde vor sechs Jahren die alte Abbundhalle auf eine Arbeitsfläche von 550 Quadratmeter und eine Höhe von fünf Meter erweitert. Jetzt stehen für die Mitarbeiter eine Kranbahn sowie ausreichend Platz und Regalfläche zur Verfügung.

Ein eigener Baukran auf dem Betriebsgelände oder der Leihkran auf der Baustelle erleichtert den Mitarbeitern die Arbeit. Das war auch der BG Bau eine Belobigung wert – von dieser erhielt der Betrieb das Zertifikat „Arbeitsschutz mit System“.

Innovationspreis und fundierte Ausbildung

Dass in der Zimmerei Lotze Ideen umgesetzt werden, zeigen die acht Erfindungen mit denen sich Ewald Lotze am Innovationspreis der Wirtschaftsregion Göttingen beteiligt hat.

Die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten im Altbaubestand sind eine Herausforderung, der sich die Mitarbeiter gerne stellen. Aber dazu gehört eine gute Ausbildung. Eine Doppelausbildung als Zimmerer und Dachdecker haben Malte Osenbrück und Michael Franke. Ausgebildet wurden unter allen drei Firmeninhabern 25 Zimmerer aus Hemeln und Umgebung. Drei von ihnen haben es bis zur Meisterprüfung gebracht. (zpy)

Partner dieser Sonderveröffentlichung:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.