„Jeden Tag erleben wir Wunder“

Kinder aus der Region Tschernobyl verbrachten Ferien in Südniedersachsen

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Danke mit Musik: Die Tschernobyl-Kinder sangen und musizierten in der Friedenskirche in Speele.  

Speele. Tschernobyl-Kinder verabschieden sich nach vier Wochen Erholung in Speele mit einem Dankkonzert

 „Jeden Tag erleben wir so viel Wunder“ lautete ein Lied, das die Kinder aus der Tschernobyl-Region bei ihrem Abendkonzert in der Speeler Friedenskirche in ihrer Landessprache gesungen hatten. In ihrer gemeinsamen Zeit in Speele war Musik ein fester Bestandteil der Freizeit. Entstanden ist eine Chordarbietung mit vielen Soli und instrumentalen Stücken. Lektorin Christine Husemann führte warmherzig durch die Andacht und interpretierte das Wort „Hoffnung“ mit Gebeten.

Unter dem Motto „Djakuju“ – Danke verabschiedeten sich die 37 Mädchen und Jungen aus Speele, dem Ort, den man im Umkreis von 150 Kilometern von Kiew kennt, so Pavle Vojnov vom Verein „Hoffnung für Tschernobyl-Kinder“, der die Gruppe zu einem vierwöchigen Erholungsaufenthalt eingeladen hatte.

Der Verein ist die Nachfolgeorganisation der „Tschernobyl-Kinderhilfe“ von Uwe und Dörte Franke, die sich nach jahrelanger Hilfsarbeit zurückgezogen haben.

„Viele der Kinder, die wir im November besucht und eingeladen haben, wachsen bei Verwandten auf, weil die Eltern verstorben oder nicht in der Lage sind, ihr Leben zu finanzieren. Auch reicht die Rente dort oft nicht für das Nötigste“, so Pavle Voynov in seinem Rückblick während des Konzerts.

Er betonte, wie notwendig die Erholungsaufenthalte für die Kinder seien, und appellierte an die Anwesenden, ihre Hilfsbereitschaft fortzusetzen. Die Ferien in Speele seien ein Lichtblick im Leben der Kinder, der ihnen so viel Kraft für ihre Zukunft gebe. Er dankte allen Sponsoren und Helfern, ohne die ein solches Projekt undenkbar sei.

Zu ihnen gehören auch Anna-Elisabeth und Klaus-Dieter Rehbein von der Rehbein-Linie Kassel, die die Gruppen aus Tschernobyl seit Jahren zu einer Schiffsrundfahrt bei Münden einladen. Auf der Tour mit der „Europa“ vom Weserstein nach Bonaforth und wieder zurückdurften sich die Jungen und Mädchen auch auf der Brücke des Schiffes umsehen, auf der an diesem Tag Kapitän Dieter Warnecke Dienst hatte.

Es war ein besonderes Erlebnis für sie, weil keines der Kinder zuvor mit einem Schiff gefahren sei, berichtet Margret Cammert, die sei Jahren die Tschernobyl-Kinderhilfe unterstützt.

Zur Tradition gehört auch ein Besuch der Kurhessentherme in Kassel, zu der das Bad die Kinder eingeladen hatte, sowie und ein Ausflug in den Freizeitpark Ziegenhagen auf Einladung der Besitzer. Tiere und Natur, Technik, die Ausstellungen und über 50 Spiel-, Fahrattraktionen hätten den Kindern viel Spaß und Freude bereitet, so Cammert.

Ein stolzes Ergebnis erbrachte das 20. Benefiz-Turnier „Golfen mit Herz“ für die Tschernobyl-Kinder, das im Golfclub Bad Wildungen stattfand. Nach Cammerts Angaben kamen durch die freiwillige Startgebühr von mindestens 50 Euro pro Teilnehmer, Geldspenden und durch den Erlös der gesponserten Tombola 12 200 Euro für den Verein „Hoffnung für Tschernobyl-Kinder“ zusammen.

Zwei Vereine, ein Ziel

Der Verein „Hoffnung für Tschernobyl-Kinder“ von Pavle und Michaela Vojnov, der von Margret Cammert, Gut Wißmannshof in Staufenberg, unterstützt wird, ist eine von zwei Organisationen, die sich in der Region um Kinder aus der Tschernobyl-Region kümmern und Gruppen nach Speele einladen. Die zweite ist der Verein „Hilfe für Kinder in Not nach Tschernobyl“ mit Ingrid Rathgeber aus Speele an der Spitze (Infos unter Tel. 05 61/ 1 21 21). Informationen zum Verein „Hoffnung für Tschernobyl-Kinder“ geben Pavle und Michaela Vojnov, Haus Waldfried, Staufenberg, unter Tel. 0 55 43/541 und 0151/ 56 80 33 43, und Margret Cammert, Gut Wißmannshof, Staufenberg, unter Tel. 0 55 43/18 50.

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