„Kirche war erste Bühne“: Interview mit dem Musikproduzenten Dieter Falk

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Hat mal Theologie studiert: Dieter Falk tritt in der St- Blasius-Kirche auf.

Hann. Münden. Als Trio „Falk & Sons" tritt der ehemalige „Popstars"-Juror und Musikproduzent Dieter Falk am Pfingstmontag, 25. Mai, mit seinen Söhnen Max und Paul in der St. Blasius-Kirche in Hann. Münden auf.

Wir haben vorab mit ihm über seinen Lieblingskünstler, seine Sicht auf Casting-Shows und sein abgebrochenes Theologie-Studium gesprochen.

Herr Falk, kennen Sie eigentlich Hann. Münden? 

Dieter Falk: Ja, aber es ist schon viel zu lange her, dass ich das letzte Mal hier war. Bestimmt 20 Jahre. Ein Konzert habe ich aber noch nie dort gespielt.

Sie haben über 20 Millionen verkaufte CDs und über 50 Platin- und Goldene Schallplatten vorzuweisen und wurden sechs Mal für den Echo als bester Produzent nominiert. Muss man da überhaupt noch arbeiten? 

Für sie hat er gearbeitet: Patricia Kaas,

Falk: (lacht) Wenn man Musiker ist, sieht man das nicht nur als Arbeit. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Die Konzerte gebe ich jetzt vor allem wegen meiner Söhne. Die freuen sich, wenn sie mit ihrem „Alten“ auf der Bühne stehen können. Und dann sollte man das nutzen, so lange es geht.

Gerade jüngere Menschen werden Sie vor allem als Juror der Casting-Show „Popstars“ kennen. Hat Ihnen diese Arbeit Spaß gemacht? 

Falk: Damals gab es gerade ein Jahr DSDS. Da war ich nicht so ein Fan von. Dann hat ProSieben angerufen und angefragt. Das Spannendste für mich daran war, dass Nina Hagen neben mir in der Jury saß. Ich habe sie immer sehr bewundert.

Gucken Sie sich denn noch Casting-Shows an? 

Falk: Nein, wenn überhaupt mal, dann das Finale von „Voice of Germany“, Casting-Shows haben sich überholt. Die, die gewinnen, finden nicht mehr statt. Das Problem ist einfach, dass es zu viele davon gibt.

Die Band „Monrose“ war mit Ihre Entdeckung. Mandy Capristo, ein Mitglied der Band, hat bei DSDS jetzt selbst in der Jury gesessen. Verfolgen Sie das? 

Mandy Capristo („Monrose“)

Falk: Da habe ich dann doch mal kurz reingeschaut. Ich habe immer noch Kontakt zu den Mädels und wollte Mandy für eine Rolle in meinem neuen Musical. Das kam durch ihre Aufgabe bei DSDS nicht zustande. Es hilft aber der eigenen Karriere, regelmäßig im Fernsehen präsent zu sein. Die Leute erinnern sich und sagen: „Das Gesicht kenne ich doch.“

Sie haben mal Theologie studiert. Sind Sie religiös? 

Falk: Würde ich schon sagen. Ich bin ein Kind der kirchlichen Jugendarbeit. Die Kirche war meine erste Bühne. Ich hatte aber auch einen guten Pfarrer. Ich würde sagen, dass 50 Prozent aller Musiker irgendwie auch in der Kirche groß geworden sind, Whitney Houston, Jennifer Lopez oder Beyoncé zum Beispiel.

Ist die Kirche von heute zu altbacken? 

Falk: Definitiv. Die Kirche braucht frischen Wind, vor allem durch die Jugend, die mitarbeitet. Genau das wird man am Montag auch im Konzert sehen, wenn zwei Generationen auf der Bühne stehen.

Sie haben unter anderem mit PUR, Guildo Horn und Patricia Kaas gearbeitet. Wer war Ihnen am liebsten?

Hartmut Engler von „PUR“.

Falk: Es gibt für mich keinen Lieblingskünstler. Mit PUR war ich am längsten liiert. 10 Jahre insgesamt. Mit Pe Werner habe ich gerne gearbeitet. Da sind meine ersten Hits als Produzent entstanden. Neulich war Karel Gott bei mir. Er ist wirklich ein Grand Senior alter Schule, immer noch gut bei Stimme. Das war ein Highlight für mich in letzter Zeit.

Mit wem würden Sie gerne noch einmal zusammenarbeiten? 

Falk: Quincy Jones war immer ein Vorbild für mich. Bis jetzt habe ich ihn nur einmal am Telefon gehabt. Vielleicht klappt das ja noch einmal.

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