Angeblich kein Potenzial – Studie ermittelt aber anderes Ergebnis

Klimaschutz klammert Wasserkraft aus

Klimaschutz klammert Wasserkraft aus

Landkreis Göttingen. Der Wasserkraft sei im Landkreis Göttingen „kein großes Potenzial zuzuschreiben, da sowohl ökologische als auch ökonomische Gründe dem widersprechen“, heißt es im Protokoll der Mündener Auftaktveranstaltung zum Klimaschutzkonzept.

Diese Aussage steht im krassen Gegensatz zum Ergebnis der Wasserkraftpotenzialstudie der Technischen Universität (TU) Braunschweig: Allein durch die sechs größten Stauvorrichtungen im Kreis könnten 11.000 bis 17.800 Haushalte mit Strom versorgt werden, heißt es da, während besagtes Protokoll von weniger als 200 Kilowatt Leistung insgesamt spricht.

Die Studie der TU Braunschweig wird ins Klimaschutzkonzept nicht einbezogen. Sie sei rein technisch und berücksichtige ökologische Aspekte nicht, so Birgit Böhm vom Büro „mensch und region - Nachhaltige Prozess- und Regionalentwicklung“, das am Konzept mitarbeitet. Sie führt die Ende 2010 in Kraft getretene Wasserrahmenrichtlinie an, die strenge Auflagen mache im Hinblick auf den Naturschutz, sodass sich die Wasserkraft nicht mehr rechne.

So pauschal könne man das nicht bewerten, sagt Dipl. Ing. Christian Seidel, Arbeitsgruppenleiter Regenerative Energien an der TU Braunschweig. Eine detailierte ökologische Untersuchung habe die TU dem Landkreis angeboten, die vorhandene Studie geht auf diesen Aspekt aber auch ein und benennt das ökologische Ausbaupotenzial der sechs größten Standorte mit einer Stromerzeugung von 33,46 Gigawattstunden im Jahr.

Im Klimaschutzprotokoll werden Biomasse und Windkraft als starke Energieträger genannt. Mit im Boot bei der Erarbeitung des Konzeptes ist die GEO-NET Umweltconsulting GmbH, die auf ihrer Website Dienstleistungen rund um die Windkraft anbietet. Die TU Braunschweig, die gerade eine neue Generation von Wasserkraftwerken entwickelt, hat ihre Mitarbeit ebenfalls angeboten. Das Angebot wurde jedoch bisher nicht angenommen. (tns)

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe der Mündener Allgemeinen am 29. Mai

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.