Acht Jäger lernten bei Küchenchefin Sabine Nolte, ein Wildgericht zuzubereiten

Kochkurs statt Hochsitz

Jäger in der Restaurantküche: Küchenchefin Sabine Nolte mit von links Martin Kaltz, Sascha Tews, Dieter Buhse, Tobias Engl, Uwe Beyer, Uwe Hansen und Thomas Pfurr.

Hann. Münden. „Bitte nicht so ungleichmäßige Scheiben schneiden. Das Fleisch muss mit Liebe geschnitten werden“, ruft Sabine Nolte, Küchenchefin im Gasthaus zum Letzten Heller, Thomas Pfurr zu. Er war einer der acht Jäger der Jägerschaft Münden, die in der Küche des Gasthauses unter fachlicher Anleitung ein Menü mit Wildfleisch zubereitet haben. Fünf Stunden arbeiteten die Männer in der Küche, bevor sie am Abend das Menü Mitgliedern der Jägerschaft servierten. Die sparten nicht mit Lob, denn es war ein leckeres Essen.

Die Idee für den gemeinsamen Kochkurs hatte Uwe Hansen, bei den anderen Jägern kam dieser Vorschlag gut an. Für alle war sofort klar: Es muss ein Wildgericht werden, natürlich aus heimischen Wäldern. Auf der Suche nach einem Gastronomiebetrieb, der einen erfahrenen Koch oder eine erfahrene Köchin, die Küche und das erforderliche Equipment zur Verfügung stellt, stießen sie bei Martina und Tom Lange vom Letzten Heller sowie Sabine Nolte auf Zuspruch. Der Küchenchefin bereitete es viel Freude, ihr Wissen an die Jäger weiter zu geben.

Arbeitsplatz sauber halten

Die Arbeiten wurden aufgeteilt, jeder erhielt von Sabine Nolte Anweisungen und dann ging es los. Dieter Buhse und Uwe Beyer kümmerten sich um den Salat. Sie stellten fest, dass Feldsalat sehr sorgfältig gewaschen werden muss, damit beim Essen der Sand nicht zwischen den Zähnen knirscht. „Wie oft muss der Salat gewaschen werden?, fragte Sabine Nolte. Einmal, mehrmals waren die Antworten. „Nein, bis er sauber ist“, machte die resolute Küchenchefin deutlich.

„Wir bereiten alles frisch zu.“

SABINE NOLTE, KÜCHENCHEFIN

Wichtig sei es, den Arbeitsplatz sauber zu halten, empfahl sie den Hobbyköchen. Diese hatten mächtig Spaß in der Küche und lernten dabei sehr viel. Beispielsweise, dass bei einer Salat-Vinaigrette zuerst Essig mit den Gewürzen verrührt werden und dann das Öl dazu gegeben werden muss.

Wird das Öl gleich mit beigemischt, lösen sich die Gewürze nicht auf. Dass es gar nicht so einfach ist, Sonnenblumenkerne zu rösten, merkte Martin Kaltz, denn schnell werden diese schwarz statt braun. „Wir bereiten alles frisch zu“, erklärt die Küchenchefin dem Teilnehmer Tobias Engl.

Auch die Semmelknödel stammen aus eigener Herstellung und werden von ihm aus geschnittenem Brot mit weiteren Zutaten vermischt. Auf die selbstgemachten Spätzle war Sascha Tews besonders stolz.

Uwe Hansen hatte sich um das Putzen und Schneiden des Gemüses gekümmert. Von Nolte erfuhr er, dass das Gemüse gar nicht so sehr klein geschnitten werden muss. „Man soll herausschmecken, um was für ein Gemüse es sich handelt“, erklärte die Fachfrau.

Bevor das Fleisch mit dem Gemüse in den Ofen geschoben wurde erfuhren die Jäger noch einige Tipps. Beispielsweise, dass Johannisbeergelee und ein Schuss Wein den Geschmack verfeinern und dass Tomatenmark der Soße eine besondere Note verleiht.

„Jungs ihr seid Spitze“ sagte Sabine Nolte bevor das Essen serviert wurde.

Ein Video vom Kochkurs sehen Sie auf www.hna.de/video

Von Petra Siebert

Hintergrund: Das Menü

Wildterrine mit Cumberlandsoße, Feldsalat mit würziger Kräutervinaigrette, Hirsch- und Wildschweinschinken, Blätterteiggebäck, Niedersächsische Gurkensuppe, Zweierlei vom Wildschwein auf eigenem geschmorten Gemüse, Semmelknödel und Spätzle. (zpy)

Hintergrund: Rezepte

Wildterrine: 0,5 kg Wildschein 0,5 kg Hirsch 0,3 l Sahne Salz, Pfeffer, Muskatnuss Pistazienkerne Bacon als Geschmacksträger zum Auslegen der Form Das Fleisch durch einen Fleischwolf drehen, Sahne, Gewürze und Pistazien untermischen. Die Form mit Bacon auslegen, das zerkleinerte Fleisch in die Form geben und den Bacon drüber klappen. Dann das Ganze im Ofen garen lassen. Niedersächsische Gurkensuppe: Vier Schlangengurken zwei Zwiebeln, Pfeffer, Salz 40 gr Butter, 40 gr Mehl, 0,8 l Fleischfond, 0,2 l süße Sahne. Die Gurken schälen, entkernen und würfeln. Zwiebeln würfeln, in der Butter glasig schwenken, Gurkenwürfel dazugeben, mit dem Mehl abstäuben. Dann mit Fleischfond und Sahne auffüllen, mit Pfeffer und Salz abschmecken. (zpy)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.