Konflikt um FFH-Gebiete: Landkreis für milde Variante, Naturschützer wollen strenge Auflagen

Landkreis Göttingen. Während der Landkreis Göttingen inzwischen mit einem Landschaftsschutzgebiet zufrieden wäre, wollen drei Naturschutzverbände ein Naturschutzgebiet zwischen Hedemünden und Dransfeld.

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Die Biologische Schutzgemeinschaft (BSG), Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sowie Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) machten ihre Position in einer Info-Veranstaltung am Mittwoch in Jühnde deutlich. Damit geht der Streit darum, wie die FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiete zu sichern sind, weiter. Am Mittwochabend präsentierte die Landkreisverwaltung in Jühnde vor 50 Teilnehmern eine überarbeitete Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Buchenwälder und Kalkmagerrasen zwischen Dransfeld und Hedemünden“.

In den Text waren nach einem Infotermin mit betroffenen Grundeigentümern Anregungen und Änderungen eingeflossen. Dabei ging der Kreis von den Vorschriften für ein Landschaftsschutzgebiet aus und ergänzte diese durch weitere Verbote und Einschränkungen. Grundeigentümer und Forst signalisierten, damit leben zu können.

Den Naturschützern geht das jedoch nicht weit genug. Sie wollen ein echtes Naturschutzgebiet, was strengere Auflagen bedeuten würde. Die FFH-Umsetzung sei ungenügend, bemängeln die Naturschutzverbände in einem in Jühnde verteilten Positionspapier: „Das FFH-Gebiet 170 war aufgrund seiner großen Bedeutung als Naturschutzgebiet vorgeschlagen, und wir als Naturschutzverbände sehen nicht ein, dass diese gut begründete Empfehlung nun plötzlich nicht mehr gelten soll.“

Die drei Verbände fordern „eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Auch nicht ausreichende Mittel entbinden nicht von dieser Pflicht.“ Uwe Scheibler als Sprecher der Verbände kündigte am Mittwoch an, dass man dieses „aufgepeppte Landschaftsschutzgebiet“ nicht mittragen werde. Der Landkreis Göttingen nahm weitere Korrekturvorschläge auf. Der Entwurf soll am 9. Juni in den Umweltausschuss gehen und danach im Kreistag beraten werden.

Erst, wenn dieser am 16. Juni über die Verordnung beschließt, beginnt das eigentliche Verfahren: Die Verordnung wird öffentlich ausgelegt, Betroffene sowie Träger öffentlicher Belange können die Unterlagen einsehen und Stellung nehmen. Nach deren Bewertung wird die Verordnung erneut in den Umweltausschuss und den Kreistag gehen. Erst nach dessen Beschluss wird die Verordnung dann rechtskräftig. (phl)

Hintergrund: Was ist ein FFH-Gebiet?

Die EU hat die Bundesrepublik verpflichtet, besonders schützenswerte Flächen zu melden und zu sichern. In Niedersachsen setzen das die Landkreise in die Tat um.

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