Krankenkasse DAK weist Vorwürfe entschieden zurück

Sönke Krohn

Hann. Münden. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit in Niedersachsen weist die aktuellen Vorwürfe von Pflegediensten und Wohlfahrtsverbänden zurück. Kritik war laut geworden, weil die Kasse nicht mehr alle verordneten Leistungen in der häuslichen Pflege übernimmt.

„Im ersten Halbjahr 2015 hat die Kasse allein in Niedersachsen mehr als 32 000 Anträge auf einzelne Leistungen häuslicher Krankenpflege erhalten“, teilt Unternehmenssprecher Sönke Krohn mit. Davon habe sie gut 96 Prozent bewilligt. Die Gesamtausgaben der DAK für die häusliche Krankenpflege beliefen sich den Angaben zufolge im vergangenen Jahr auf über 514 Millionen Euro. Krohn: „Damit gibt sie bundesweit 95 Millionen Euro mehr für diesen Leistungsbereich aus als der Durchschnitt aller Krankenkassen.“

Die DAK sei gesetzlich verpflichtet, „im Interesse ihrer Versicherten die Anträge auf häusliche Krankenpflege zu prüfen“. In den vergangenen acht Jahren seien die Kosten für den Bereich der häuslichen Krankenpflege jährlich um zehn bis 20 Prozent gestiegen. Krohn: „Das ist deutlich höher als in allen anderen Leistungsbereichen der Krankenkasse und kann nicht alleine mit Demografie und Morbidität erklärt werden.“

Hinzu kommen, so Krohn, „verstärkt Auffälligkeiten bei Abrechnungen von einzelnen Pflegediensten“. Nach Prüfungen der DAK seien zum Teil Leistungen abgerechnet worden, die medizinisch nicht notwendig gewesen seien. So seien bundesweit in 10 235 Fällen das An- und Ablegen von Kompressionsstrümpfen abgerechnet worden, obwohl dieses medizinische Hilfsmittel vom Arzt vorher überhaupt nicht verordnet worden sei. Die DAK betone aber ausdrücklich, dass bei der Mehrheit der Leistungserbringer die Abrechnungen korrekt seien. Auch andere Krankenkassen prüten den Bereich der häuslichen Krankenpflege.

Berechtigte Kritik an einzelnen Formulierungen in dem von der DAK eingesetzten Fragebogen „hat die Kasse zum Anlass genommen, die Schreiben kurzfristig zu ändern und den Bogen in dieser Form nicht mehr einzusetzen“, so Krohn. In Hann.Münden hatte der Pflegedienst Gruß und Beltz der Kasse vorgeworfen, nicht alle verordneten Leistungen der häuslichen Pflege zu übernehmen und Fragebögen an die Versicherten zu verschicken, die das persönliche Umfeld der Betroffenen ausleuchten. Vorwürfe gibt es auch anderenorts. (awe) Foto: nh

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