Kreis Göttingen beteiligt sich an Forschungsprojekt zum demografischen Wandel

Landkreis Göttingen. Wo drohen die meisten Leerstände? Wo leben die meisten alten Menschen und wie sieht deren Pflege aus?

Wie wirkt sich der Geburtenrückgang auf die Auslastung von Kindertagesstätten und Schulen aus? Das sind nur einige zentrale Fragen, die Forscher am Beispiel dreier Regionen in Deutschland untersuchen wollen.

Eine der ausgewählten Regionen sind die Landkreise Göttingen und Osterode, die sich zum 1. November 2016 zum Landkreis Göttingen zusammenschließen, die beiden anderen sind die Region Hannover und die Stadt Köln. Das berichtete die Demografiebeauftragte des Landkreises Göttingen, Regina Meyer, jetzt dem Demografiebeirat des Landkreises.

Regina Meyer

Das Projekt gehe über vier Jahre und werde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zu 100 Prozent gefördert, erläuterte die Sozialwissenschaftlerin. Thema sei, herauszuarbeiten, wie bei zurückgehender und älter werdender Bevölkerung durch Stadt-Land-Zusammenarbeit die Daseinsvorsorge gesichert werden kann. Daseinsvorsorge, so Meyer, umfasse das, was auch in Zukunft im kleinsten Dorf noch angeboten oder in der Nähe erreichbar sein sollte: Ärzte, Apotheke, Einkaufsläden, Schule, Kindertagesstätten beispielsweise.

Regina Meyer stellte Sarah Schreiber als neue Kollegin vor, sie trat zum Monatsbeginn ihre Stelle an. Sarah Schreiber werde in den nächsten vier Jahren als Regionalmanagerin das Projekt betreuen, berichtete die Demografiebeauftragte. Die Stelle wird vom Bund finanziert. Die 28-Jährige mit Masterabschluss in Geografie und Regionalmanagement kommt aus Holzminden, beriet dort Kommunen unter anderem in Sachen Dorferneuerung.

Sarah Schreiber

Ziel des Daseinsvorsorge-Projekts sei, eine Datenbank aufzubauen, um Fragen des demografischen Wandels wie die Pflege älterer Menschen besser beurteilen und entsprechende Maßnahmen treffen zu können. Meyer: „Das Ziel ist eine dauerhafte aktualisierte Software, auf die wir und andere Kommunen sowie freie Träger zurückgreifen können.“ In den ersten 18 Monaten werde Regionalmanagerin Schreiber gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Kreisverwaltungen, Kommunen und freien Trägern einen Daseinsvorsorgeatlas aufbauen. Eine Aufgabe sei beispielsweise ein Baulücken- und Leerstandskataster für die beiden Kreise zu erstellen - um dann im nächsten Schritt Wege zu finden, wie beispielsweise durch Umnutzung leer stehender Häuser Dorfkerne lebendig erhalten werden können.

Im Zuge des Projekts werde Sarah Schreiber auch Kontakt knüpfen zu den Mitarbeitern der Region Hannover und der Stadt Köln, denn es gehe ja um die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen städtischem und ländlichem Raum verbessert werden kann, sagte Meyer.

Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, „wenn wir es in vier Jahren schaffen, eine stetig aktuelle Datengrundlage etwa über den Leerstand von Häusern oder über die Pflegesituation zu haben, dann haben wir schon viel erreicht.“

Rubriklistenbild: © dpa

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