Artenschutz

Kühe beweiden alten Bahndamm bei Scheden

Bertram Preuschhof, Christel Wemheuer und Henrik Ludewig stehen vor Kuhherde bei Scheden
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Am alten Bahndamm: Bertram Preuschhof (Fachdienst Natur und Boden), Christel Wemheuer (Dezernat Umwelt und Nachhaltige Regionalentwicklung) und Henrik Ludewig (Landwirt aus Varlosen) zeigen den Zaun.

Zwölf Kühe beweiden seit kurzem einen Teil der alten Bahnstrecke zwischen Scheden und Wellersen in der Samtgemeinde Dransfeld. Sie sollen das Gras kurz und die Hecken klein halten, um die seltenen Pflanzen und Tiere zu schützen, die auf der ehemaligen Dransfelder Rampe einen Lebensraum gefunden haben.

Das fünf Hektar große und etwa 1,3 Kilometer lange Gelände gehört seit Ende der 1990er Jahre dem Landkreis Göttingen, informiert die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer bei einem Besuch vor Ort. Für Wildtiere gibt es an zwei Stellen einen Durchgang in Form von niedrigen Holzklappen. An den zwei Enden des Korridors gibt es jeweils ein Tor für Spaziergänger. Während die Kühe dort weiden, sind die Tore abgeschlossen.

Der alte Bahndamm wird seit Jahrzehnten mit Tieren beweidet, damit dort kein Wald zu wachsen beginnt, erklärt Bertram Preuschhof vom Fachdienst Natur und Boden des Landkreises. Denn auf dem Bahndamm habe sich Magerrasen gebildet und seltene Arten wie die Zauneidechse und Schlingnatter sowie die Knäuel-Glockenblume und der Große Ehrenpreis angesiedelt.

Ein ähnliches Projekt gebe es seit 2009 auf dem Bahndamm zwischen Wellersen und Dransfeld, wo ebenfalls im Sommer Rinder weiden. In Scheden stand nun ein Wechsel des Bewirtschafters an.

Stacheldraht statt Elektrozaun

Der Landkreis habe sich in diesem Zuge für den Bau eines Stacheldrahtzauns entschlossen, weil das Gelände stark mit Büschen bewachsen ist, die einen Stromzaun unbrauchbar machen. Ein mobiler Zaun sei für den Landwirt nicht praktikabel, der ihn auf dem schwierigen Gelände mehrmals im Jahr auf- und abbauen müsste.

Aus denselben Gründen fiel die Wahl auf die Beweidung mit Kühen statt Schafen oder Ziegen, für die ein für Wildtiere undurchlässiger Maschenzaun nötig gewesen wäre. Die Kühe gehören dem Landwirt Henrik Ludewig aus Varlosen. Derzeit beweiden die Fläche zwölf junge Mutterkühe, Wagyu-, Hereford- und Angus-Rinder. Sie könnten das teils steile Gelände gut einschätzen, so der Besitzer, und laufen problemlos zwischen den niedrigen Bäumen und Sträuchern.

Gegenüber dem neu eingezäunten Gelände verläuft über den Bahndamm ein Fahrradweg nach Wellersen. Auch dort wurden eine Zeit lang Rinder gehalten, weshalb dort ein Viehrost in den Boden eingelassen wurde. Derzeit sei eine Beweidung durch Rinder noch nicht wieder geplant, da sich Fahrradfahrer über Kuhfladen beschwert hätten.

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