Tradition der Bildhauerei in Hann. Münden pflegen und zur Attraktion ausbauen

Kunst führt zum Turm

Da schaut die Echse keck über den Stein, während im Turm ein dramatischer Kampf tobt: Der Skulpturenweg mit Arbeiten der Jugendhilfe Münden führt zur Tillyschanze, wo das Relief des alten Meisters Gustav Eberlein auf Besucher wartet. Fotos: Sangerhausen

Hann. Münden. Während Echsen und Fabelwesen den Weg von der Katerquelle zur Tillyschanze säumen, wartet oben ein dramatisches Relief auf Betrachter: Gustav Eberleins „Die Verteidigung der Stadt Münden im 30-jährigen Kriege gegen Tilly“ ziert ein Zimmer im Turm.

Die Bildhauerei soll, so eine Idee der Fördergemeinschaft Tillyschanze, ein echter Anziehungspunkt werden. Zum einen soll das Eberlein-Zimmer aufgewertet werden, berichtet Dr. Manfred Albrecht, Vorsitzender der Fördergemeinschaft, zum anderen soll auch aktuell gemeißelt und gestaltet werden.

Eberlein ist weltberühmt

Gustav Eberlein sei nun wirklich ein weltweit bekannter Künstler, so Dr. Albrecht weiter. Im vorigen Jahr erst machte seine Figurengruppe „Königin Luise und Napoleon in Tilsit“ bei der großen Ausstellung über Königin Luise Furore. In vielen Ländern und großen Hauptstädten stehen Arbeiten Eberleins. Auch, wenn diese den heutigen Geschmack nicht mehr unbedingt treffen, gebe es doch keinen Grund, das Licht des berühmten Mannes aus Spiekershausen unter den Scheffel zu stellen.

Mit einem Foto des Reliefs, so eine Idee, könnte man eine große Tafel mit elektronischem Innenleben gestalten, beschreibt es Dr. Albrecht. Besucher könnten dann auf in die Tafel eingelassene Knöpfe drücken und damit Tonaufnahmen abspielen – kurze Texte aus dem Mund der auf dem Relief agierenden Figuren, die vom Kampf um Münden erzählen, aber auch Glockenläuten von der Blasiuskirche oder Hundegebell. Das würde dazu anregen, sich mit dem Relief näher zu beschäftigen und gleichzeitig könnten kurz und knapp Informationen übermittelt werden.

Nachdem die Idee der Skulpturenwerkstatt an der Tillyschanze so gut angekommen war, ist eine Nachfolgeveranstaltung in Planung: Die Fördergemeinschaft Tillyschanze möchte im neuen Jahr zusammen mit dem Verein Mündener KunstNetz und Ulrich Schlote, Projektleiter bei der Mündener Jugendhilfe, ein Steinmetzcamp organisieren. Dort sollen Figuren entstehen, die den Skulpturenweg ergänzen können. Der Weg ist neuerdings auch ausgeschildert. Außerdem hat Reinhold Heck ein Faltblatt drucken lassen, in dem alle Kunstwerke eingezeichnet sind.

Dr. Albrecht nennt Detlev Wüpper als einen weiteren bekannten Mündener Bildhauer und mit Ekkahart Bouchon setze sich die gestalterische Tradition in der Stadt fort. Diese Tradition gelte es zu pflegen. Denkmal-Kunst-Festival, Mündener KunstNetz – man könne Hann. Münden zu einem Ort für Kunst und Künstler machen, auch das sei eine Möglichkeit, Leerstände zu füllen. (tns)

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