Kunstprojekt: Wallanlagen bekommen ein Haus aus Stroh

Tobias Hattendorff

Hann. Münden. In den Wallanlagen hinter der Rotunde in Hann.Münden entsteht ein Haus aus Stroh. Tobias Hattendorff, Architekt und Ideengeber, wird bereits diesen Samstag, 12. November, ab 10.30 Uhr in den Wallanlagen vor Ort sein. Die Stadt Hann.Münden teilte diesen Termin erst am Freitag mit.

Die Besucher seien willkommen, den Aufbau des Hauses aus Strohballen zu begleiten. Dabei handelt es sich um ein Vorhaben, das „Land-art-Projekt einer Architektengruppe. Geplant ist, das Strohhaus bis zu seinem Verfall im Frühjahr nächsten Jahres an seinem Platz stehen zu lassen.

Die Stadtverwaltung bittet darum, das Projekt zu begleiten und „von mutwilliger Zerstörung Abstand zu nehmen“. Die Projektgruppe werde immer wieder vor Ort sein und freue sich, mit Beobachtern in Kontakt zu kommen. Tobias Hattendorf: „Die Installation ,Ein Haus aus Stroh' ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema Leerstand in den historischen Innenstädten. In Hann. Münden stehen viele historische Fachwerkhäuser, deren Wert in Vergessenheit geraten ist. Das Potenzial gebauter Räume wird vielerorts nicht genutzt. Oft fehlt die Idee, oft das Geld, oft aber auch der Willen privater oder öffentlicher Bauherren.“ In der Zwischenzeit zerfalle das Haus und mit ihm seine Geschichte, „die mit dem Ort stark verwoben ist oder sogar die städtische Identität mit geformt hat“.

Genau dies wolle die Installation versinnbildlichen. Ganz aus Stroh gebaut, werde das Haus nach einigen Wochen durch die Witterung verformt und zerfallen sein.

Hattendorff: „Im Sinne eines Land-art-Projektes steht das Haus über mehrere Monate, irgendwann vergessen, still, der Witterung ausgesetzt. Der Wandel wird sichtbar. Ein Vers in Deutsch und Englisch an Tür und Fenster vertextlicht das Thema. Vielleicht appelliert das Haus aus Stroh an die Verantwortung eines jeden Stadtbewohners und motiviert zum Mitgestalten des eigenen Lebensraumes.“ (awe) Foto: nh

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