Tier war völlig unterkühlt und hungrig

Kuschelig, aber wild: Naturschützer zieht Wildkätzchen auf

Kleine Wildkatze: Das junge Tier ist derzeit in Pflege, soll aber wieder ausgewildert werden. Foto:  Privat

Landkreis Göttingen. Naturschützer Walter Peters kümmert sich derzeit um eine junge Wildkatze und päppelt das Fundtier auf.

Sie sieht so niedlich aus, dass jedem das Herz aufgeht. Große blaue Augen und kuschelweiches Fell.

Von kuschelig ist die kleine Wildkatze in ihrem Verhalten aber weit entfernt. Sie faucht, knurrt und fährt ihre kleinen Krallen aus. Denn auch wenn sie wie ein Kuscheltier aussieht, sie ist eine echte Wildkatze.

Walter Peters aus Eberhausen fand das kleine, wenige Wochen alte Tierchen völlig unterkühlt und hungrig unter einem Busch an seinem Haus an der Papiermühle in Eberhausen. Durch das Fauchen und klägliche Miauen der kleinen Katze ist Peters auf das Tier aufmerksam geworden. Anhand ihrer Fellzeichnung habe er sofort erkannt, dass es sich um eine junge Wildkatze handele, so Peters.

„Sie war mehr tot als lebendig“, erinnert er sich. Ohne lange zu zögern, nahm er das kleine, deutlich geschwächte Tierchen an sich und machte sich auf den Weg zu einer Tierärztin. Er nennt es seitdem Kitty. Für den im Vorstand des Naturschutzbundes Dransfeld aktiven Mann ist der Umgang mit Wildtieren nichts Neues. Die Tierärztin machte ihm trotzdem keine großen Hoffnungen, dass die kleine Kitty es schaffen würde, denn selbst die Verabreichung einer Injektion stellte sich bei dem geschwächten und unterkühlten Tier schwierig dar. Aber Peters ließ sich nicht entmutigen, steckte das kleine Kätzchen in seine Fließjacke, damit es von der menschlichen Körperwärme profitieren konnte und nahm Kitty wieder mit nach Hause.

Die Ärztin empfahl ihm, das Kätzchen weiter zu wärmen und gab ihm Welpenaufbaufutter mit. Das mischte Walter Peters mit Wasser zu einer Art Paste und fütterte Kitty mit einer Spritze. Am Abend begann Kitty etwas lebhafter zu werden und wollte ihre Umgebung erkunden. Schnell war klar, das kleine Kätzchen war über den Berg. Mittlerweile holt Walter Peters die kleine Katze nur noch mit einem Lederhandschuh aus ihrer Box, wenn sie gefüttert werden muss, denn sie verhält sich wie ein kleiner Tiger.

Ihr liebstes Essen neben dem Aufbaufutter sind Futterküken. Wenn Walter Peters zuhause ist, nimmt er Kitty auch jetzt noch unter seine Jacke. So lange sie den Menschen nicht sieht, fühlt sie sich dort sehr wohl, genießt die Nähe und die Körperwärme, die sie auch von ihrer Mutter noch bekommen würde.

In der kommenden Woche soll die kleine Wildkatze in eine Wildtierstation gebracht werden. Zu sehr soll sie sich an Menschen nicht gewöhnen, denn sie soll ein Wildtier bleiben und wenn sie groß genug ist, wieder ausgewildert werden.

Der Nabu Dransfeld weist darauf hin, dass sich der Verein nur in Ausnahmefällen, wie hier mit der Wildkatze, um verletzte oder verwaiste Wildtiere kümmern kann. (zwh)

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