Bundestagswahl 2021

Reaktionen auf Bundestagswahl im Kreis Göttingen: „Bestes Ergebnis der Grünen aller Zeiten“

Fühlt sich der Altstadt verbunden: Unser Bild zeigt Jürgen Trittin auf der historischen Werrabrücke in Hann. Münden.
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Fühlt sich der Altstadt verbunden: Unser Bild zeigt Jürgen Trittin auf der historischen Werrabrücke in Hann. Münden.

Eine spannende Wahlnacht im Landkreis Göttingen geht zu Ende. Die Bundestagswahl 2021 führte bei den Kandidaten von CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke zu gemischten Gefühlen.

Landkreis Göttingen – Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und SPD, die CDU auf unter 25 Prozent abgestürzt. Wir haben die vier Direktkandidaten von CDU, SPD, Bündnis 90/Grüne, FDP und Die Linke zu ihrer Einschätzung zu den Ergebnissen der Bundestagswahl 2021 am Sonntag gefragt und dabei ein gemischtes Stimmungsbild eingefangen.

Mit deutlichen Zugewinnen ist die SPD bei der Bundestagswahl 2021 in Niedersachsen die mit Abstand stärkste Kraft geworden. Die meisten Zugewinne verzeichnen jedoch die Grünen und landen damit in Niedersachsen auf Platz drei hinter der CDU, welche deutliche Verluste hinnehmen musste.

Bundestagswahl im Kreis Göttingen: Grüne erreichen über 20 Prozent

Im Wahlkreis Göttingen wurden bei der Bundestagswahl 2021 folgende Ergebnisse erzielt:

  • Die SPD wird mit 31,9 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft (+3,7),
  • die CDU kommt auf 21,6 Prozent der Stimmen (-8,6),
  • Bündnis 90/Die Grünen auf 20,2 (+8,6),
  • die FDP 9,8 (+0,6) Prozent der Stimmen,
  • die AfD auf 6,1 (-1,8),
  • die Linke auf 5,1 Prozent (-3,6).

Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin von den Grünen hat sein Stimmergebnis bei der Bundestagswahl mehr als verdoppeln können. Trittin kam am Sonntag auf 23,2 Prozent der Erststimmen, 2017 hatte er noch 11,3 Prozent geholt. Das Direktmandat gewann er damit im Wahlkreis Göttingen aber trotzdem nicht: Es ging mit 32,2 Prozent der Stimmen an Andreas Philippi von der SPD, Fritz Güntzler (CDU) kam auf 26,9 Prozent der Erststimmen.

Während Fritz Güntzler von einer „herben Niederlage“ für seine Partei sprach, freute sich Dr. Andreas Philippi von der SPD über die Aussicht, direkt in den Bundestag einziehen zu können. Jürgen Trittin freute sich über das nach Stand der Hochrechnung um 19.14 Uhr deutlich zweistellige Ergebnis für die Grünen. Konstantin Kuhle (FDP) zeigte sich zufrieden über den Wiedereinzug in den Bundestag. Dr. Thomas Goes interpretiert das Ergebnis für die Linke bei der Bundestagswahl 2021 als Niederlage.  

Fritz Güntzler (CDU): „Herbe Niederlage“

Lieblingsplatz im Landkreis: Fritz Güntzler zieht es immer wieder nach Hemeln an die Fähre. Schon als Student sei er gern regelmäßig mit Kommilitonen dort gewesen.

Es sei klar gewesen, dass es auf ein Fotofinish hinauslaufen werde, sagte Fritz Güntzler nach der ersten Hochrechnung, nach der CDU/CSU und SPD beide bei 25 Prozent lagen. „Anhand des Bundestrends glaube ich jedoch nicht, dass ich meinen Wahlkreis gewinne und per Direktmandat in den Bundestag einziehe“, so Güntzler. Die 25 Prozent seien für die CDU, die sich als Volkspartei verstehe, eine herbe Niederlage.

Dr. Andreas Philippi (SPD): Wahlkreissieg im Sog des Bundestrends

Dr. Andreas Philippi (SPD) gewinnt das Direktmandat.

Chancen auf den Sieg im Wahlkreis sieht Dr. Andreas Philippi früh am Wahlabend. Der Bundestrend spreche für einen Erfolg im Wahlkreis. „Ich gehe hier für Göttingen von deutlich über 30 Prozent aus. Ich hoffe, dass wir mit diesem Ergebnis die Erststimmen mitziehen und den Wahlkreis gewinnen können.“ Seine Stimmungslage beschrieb er so: „Ich bin nervös, fühle mich wie eine Frau vor der Geburt des ersten Kindes.“

Jürgen Trittin (Grüne): „Bestes Ergebnis der Grünen aller Zeiten“

„Das ist das beste Wahlergebnis der Grünen aller Zeiten“, sagt Jürgen Trittin. „Das ist ein starkes Signal für Klimaschutz in der nächsten Bundesregierung. Ja, natürlich hätten wir uns auch vorstellen können wie in Berlin, um Platz eins zu kämpfen. Aber das Ergebnis ist so, wie die Wähler entschieden haben. Die Union mit dem historisch schlechtesten Ergebnis hat alles andere als einen Regierungsauftrag.“ 

Konstantin Kuhle (FDP): Zufrieden mit Ergebnis der FDP

Kandidiert für die FDP: Konstantin Kuhle vor einer besprühten Wand auf dem Göttinger Wall.

Er sei mit dem voraussichtlichen Ergebnis zufrieden, sagte Konstantin Kuhle nach der ersten Hochrechnung, als die FDP bei 11 Prozent lag. „Es sieht danach aus, dass ich wieder über die Liste in den Deutschen Bundestag einziehen werde. Darüber freue ich mich“, so Kuhle. Das enge Rennen zwischen SPD und CDU habe er erwartet. Aus inhaltlichen Gesichtspunkten halte er eine Jamaika-Koalition für wahrscheinlicher als die Ampel.

Dr. Thomas Goes (Die Linke): Linken-Kandidat spricht von einer Niederlage

Dr. Thomas Goes kandidiert für die Linke bei der Bundestagswahl - hier steht er im Alten Botanischen Garten in Göttingen

Dr. Thomas Goes hatte aufgrund der Umfragen ein relativ schlechtes Ergebnis für Die Linke erwartet. „Aber wir hatten nicht damit gerechnet, bei fünf Prozent zu stehen“, sagt der Direktkandidat. Trotzdem geht Goes davon aus, dass Die Linke in den Bundestag einzieht. „Für uns ist das Ergebnis eine Niederlage, aber wir werden jetzt aufstehen und weitermachen für ein soziales und ökologisches Deutschland.“ (Thomas Schlenz/Ekkehard Maaß/Melanie Zimmermann/Bernd Schlegel/Thomas Kopietz)

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