Aggressive Kunden im Job-Center: Im Notfall ist Sicherheitsdienst da

Landkreis Göttingen. Zum Schutz seiner Mitarbeiter in den Job-Centern in Göttingen, Hann. Münden und Duderstadt hat der Landkreis Göttingen ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet und setzt es um.

In allen drei Standorten besteht eine Videoüberwachung an den Eingangstüren. Außerhalb der Sprechzeiten können die Mitarbeiter auf der Kamera sehen, ob derjenige Kunde an der Tür steht, mit dem ein Termin vereinbart wurde. Ist das der Fall, wird er eingelassen, ansonsten nicht.

Am Standort Carl-Zeiss-Straße, zuständig für das Göttinger Umland, ist zusätzlich ein Sicherheitsdienst vor Ort. Die Vorkehrungen seien getroffen worden, um Mitarbeiter gegen aggressive Kunden zu schützen, sagt Frank Meyer, Sachgebietsleiter beim Job-Center in Göttingen. Meyer schildert einen extremen Fall von vor einigen Jahren, als das Job-Center noch im Gothaer Gebäude untergebracht war. Ein Kunde hatte einen Amoklauf angekündigt. Da er durch Bewerbungsfotos bekannt gewesen sei, habe ihn die Polizei umgehend festnehmen können.

Vor allem aufgrund dieser, aber auch anderer Erfahrungen mit Kunden, die im Gothaer Gebäude Türen eintraten und Locher und Blumenvasen warfen, habe der Landkreis an allen drei Standorten den Zugang beschränkt und in Göttingen, weil die Vorfälle dort am häufigsten waren, Sicherheitspersonal engagiert. Wenn die Beschäftigten – 80 Prozent sind Frauen – sich bedroht fühlen, drücken sie auf dem Telefon die Notruftaste. Dadurch wird der Sicherheitsmitarbeiter alarmiert und eilt zur Hilfe. Drohungen wie „Sie wollen doch heute noch nach Hause kommen“ würden bei der Polizei angezeigt. Die Zusammenarbeit mit der Polizei sei gut, sagt Meyer. „Wenn rasch gehandelt wird, zeigt das Wirkung.“ Die Gründe für aggressives Verhalten seien unterschiedlich, so Meyer. Überwiegend gehe es um Geld, das noch nicht ausgezahlt sei, weil nach Meinung des Kunden sein Antrag nicht schnell genug bearbeitet worden sei.

Rubriklistenbild: © dpa

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