So wenig Bewerber wie nie

Arbeitsagentur-Bilanz zum Berufsberatungsjahr 2018/2019

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Klaus Voelcker, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Göttingen. 

Die Gewinnung von Nachwuchskräften wird für die Betriebe in der Region schwieriger. 

Im abgeschlossenen Berufsberatungsjahr seien so wenig Ausbildungsinteressierte wie nie zuvor bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern gemeldet gewesen. Mit 2441 Lehrstellenbewerbern im Agenturbezirk sei die Zahl gegenüber 2017/18 um 188 gesunken.

„Für viele Jugendliche ist Ausbildung nur eine Option unter vielen. Und vielfach nicht die präferierte. Oftmals erscheint es beispielsweise einfacher, zunächst noch weiter zur Schule zu gehen, auch wenn es durchaus Chancen gäbe, bereits nach dem ersten Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu finden“, sagt Klaus Voelcker, Geschäftsführer operativ bei der Agentur für Arbeit Göttingen. 

Direkte Fokussierung auf Hochschule

Viele Abiturienten würden sich von vornherein auf ein Hochschulstudium fixieren, ohne entsprechende berufliche Alternativen, die über eine Ausbildung eröffnet würden, überhaupt in Erwägung zu ziehen. Wegen des fehlenden Abiturjahrgangs an Gymnasien werde die Bewerberzahl zudem im kommenden Jahr weiter sinken. 

„Die Betriebe sind dann noch stärker gefragt, Jugendlichen eine Chance zu geben, die sonst eher nicht zum Zuge kommen würden“, so Voelcker. Im zurückliegenden Berufsberatungsjahr hätten Wirtschaft und Verwaltung 3242 Ausbildungsstellen gemeldet. 

Mehr als im Vorjahreszeitraum 

Das seien 79 mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Göttinger Agentur mit. 210 gemeldete Ausbildungsstellen seien bis zum 30. September noch zu vergeben gewesen. Gegenüber dem Vorjahr sei diese Zahl um 37 gestiegen.

Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen äußerten sich laut Agentur für Arbeit zufrieden über den Anstieg an eingetragenen Ausbildungsverträgen. HWK-Geschäftsführer Jürgen Garms hob hervor, dass viele Betriebe im Handwerk die Nachwuchsgewinnung mittlerweile aktiver angingen, was sich aber letztlich auszahle. 

Der Ausbildungsmarkt im Landkreis Göttingen

Im Landkreis Göttingen wurden mit Stand 30. September 2225 Ausbildungsplätze gemeldet. Das sind 47 weniger als noch im Vorjahr. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsbewerber ging um 83 Personen auf 1717 Bewerber zurück. 77 Bewerber waren am 30. September noch ohne Ausbildungsplatz und damit 22 weniger als zum gleichen Stichtag des Vorjahres. Die IHK verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 133 abgeschlossenen Verträgen.

Auch im Werra-Meißner-Kreis gehen Angebot und Nachfrage zurück. Weniger suchende, aber auch weniger Angebote. 

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