Baugewerkschaft warnt vor Auftragsrückgang

Landkreis Göttingen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat sich gegen Kürzungen beim Steuerbonus für Handwerkerleistungen ausgesprochen.

„Die Steuerermäßigung muss bleiben. Wer privat einen Maler oder Fliesenleger mit einer Modernisierung oder mit Reparaturen beauftragt, muss auch weiterhin die Möglichkeit haben, zwanzig Prozent der Arbeitskosten von der Steuer abzusetzen - und das bis zu einem Höchstbetrag von 1200 Euro jährlich“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG Bau, Friedrich Falk.

Am Fördersatz oder am Höchstbetrag dürfe „nicht geschraubt werden“. Falk reagiert damit auf entsprechende Pläne der Bundesregierung, das Absetzen von Handwerkerrechnungen zusammenstreichen, um mit dem eingesparten Geld Steuervergünstigungen für die Gebäudesanierung zu finanzieren.

Die Handwerker-Gewerkschaft warnt: „Wenn Haus- und Wohnungseigentümer künftig die Arbeit von Handwerkern kaum noch von der Steuer absetzen können, wird dies spürbare Folgen haben. Privatleute werden sich mit Investitionen zurückhalten. Und im Landkreis Göttingen werden die Handwerksbetriebe zwangsläufig weniger Aufträge bekommen“, so Falk.

Der Handwerkerbonus sei eingeführt worden, um Hauseigentümern einen Anreiz zu geben, Aufträge regulär zu vergeben und Schwarzarbeit zu vermeiden.

„Das hat auch gut funktioniert. Wer es mit der Bekämpfung von Schwarzarbeit ernst meint, darf hier nicht wieder in den Rückwärtsgang schalten“, so Falk: „Kein Zweifel, die Hängepartie bei der energetischen Gebäudesanierung muss beendet werden. Hier sind deutliche steuerliche Anreize überfällig, um auch im Kreis Göttingen den Wohnungsbestand mit Blick auf die Klimaschutzziele energetisch fit zu machen. Dies muss allerdings ohne einen ‚faulen finanziellen Tauschhandel’ laufen, der auf Kosten von Hauseigentümern, Handwerksbetrieben und deren Beschäftigten geht.“ (awe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / ZB

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