Eiermobil soll Kühe retten

Timmermanns Milchtankstelle startet Crowdfunding-Aktion

Mit einer Crowdfunding-Aktion wollen Karolin und Jens Timmermann (hier mit ihren beiden Kindern Malte und Mariella an ihrem kleinen Hofladen „Timmermanns Milchtankstelle“) dafür sorgen, dass sie ihre Milchkühe behalten können. 
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Mit einer Crowdfunding-Aktion wollen Karolin und Jens Timmermann (hier mit ihren beiden Kindern Malte und Mariella an ihrem kleinen Hofladen „Timmermanns Milchtankstelle“) dafür sorgen, dass sie ihre Milchkühe behalten können.

Bauernfamilie aus Güntersen geht neue Wege, um ihren Betrieb  trotz niedriger Milchpreise halten zu können

Jens und Karolin Timmermann sind Milchbauern mit Leib und Seele. Die beiden studierten Landwirte aus Güntersen hängen an ihren 100 Milchkühen und den 100 Jungtieren und tun alles dafür, dass es ihnen gut geht. Der niedrige Milchpreis und der wegen der Corona-Krise anhaltende Preisverfall könnte die Timmermanns jedoch schon bald zwingen, einen Teil ihrer Herde verkaufen zu müssen. Damit es nicht so weit kommt, gehen sie nun ganz neue Wege.

„Wir haben eine Crowdfunding-Aktion gestartet, die uns helfen soll, ein neues Hühnermobil anzuschaffen“, sagt Karolin Timmermann. Um trotz der niedrigen Milchpreise ihre Kühe halten zu können, hatten sie und ihr Mann schon vor vier Jahren einen kleinen Hofladen eröffnet, wo sie ihre eigene Milch direkt vermarkten. Um das Angebot in „Timmermanns Milchtankstelle“ zu erweitern, schafften sie ein Jahr später ein erstes, kleines Hühnermobil und im vergangenen Jahr sogar ein zweites. 

„Aktuell haben wir 340 Hühner, aber die Nachfrage nach unseren Eiern ist so groß, dass sie jeden Tag schon nach wenigen Minuten ausverkauft sind“, freut sich Karolin Timmermann über die tolle Resonanz bei der Kundschaft. Das Problem: Viele ihrer Kunden, die teilweise von weither angefahren kommen und sich auf die frischen Eier freuen, gehen leer aus und müssen enttäuscht die Rückfahrt antreten.

Hühnermobil soll Verluste durch niedrige Milchpreise decken

Mit einem dritten Hühnermobil könnte das Ehepaar jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen könnten sie die Kunden zufrieden stellen, zum anderen zusätzliches Geld verdienen und damit zumindest teilweise die Verluste decken, die ihre Milchkühe aktuell produzieren. „Um den Milchviehbetrieb kostendeckend und vielleicht sogar mit etwas Gewinn führen zu können, bräuchten wir einen Milchpreis von 40 Cent pro Liter“, sagt Jens Timmermann. Lag der Preis vor drei Jahren bei 37 Cent (und damit auch schon zu niedrig), stehe er jetzt nur noch bei 30 Cent – Tendenz weiter sinkend. 

„Bleibt es so, sind wir schon bald gezwungen, 40 unserer 100 Kühe zu verkaufen, um dadurch die Verluste zu reduzieren, die durch die Haltung und den Kauf von Futtermitteln entstehen“, so Timmermann. „Wir hängen aber an jedem Tier und wollen das unter allen Umständen vermeiden“, betont seine Frau. „Wir stehen für artgerechte Tierhaltung, für gesunde und vitale Tiere“, sagt sie. „Denn jedes Leben ist etwas wert.“

Spenden gegen Eier-Flat, Melk-Kurs und mehr

Mit dem Geld aus der Crowdfunding-Aktion würden die Timmermanns ein großes Hühnermobil mit ausreichend großem Freilaufgelände für zusätzliche 350 Legehennen kaufen. „So ein Mobil kostet aber 40 000 Euro, die wir in der jetzigen Situation alleine nicht aufbringen können“, sagt Jens Timmermann. Menschen, die das Projekt finanziell unterstützen, können zwischen diversen „Dankeschöns“ wählen – von der Treckerrunde über eine Eier-Flatrate bis zum Crashkurs Melken oder einem Tag bei der Mais- oder Grasernte.

„Jeder Euro hilft uns sehr, da die Anzahlung für das Hühnermobil 8000 Euro beträgt und diese sofort bei der Bestellung fällig wird“, sagt Karolin Timmermann. „Wir wollen bestimmt keine Almosen“, betont sie. Aber um ihren Milchkühen den gewohnten Tierkomfort weiterhin bieten zu können, seien sie und ihr Mann gerade jetzt auf Unterstützung angewiesen.

Alle Infos zur Crowdfunding-Aktion der Timmermanns gibt es hier: www.startnext.com/rettung-unserer-kuehe.

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