Freiwillige helfen der Familie

Flucht in die Freiheit: Neunköpfige Familie floh von Aleppo nach Speele

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Angekommen: Familie Alhassan aus Aleppo in Syrien hat in Staufenberg-Speele eine neue Heimat gefunden. Gestern meldete sich die Familie im Staufenberger Rathaus an. Unser Bild zeigt die Eltern mit ihren sieben Kindern mit Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein (li.) und Bernd Goßmann (64) aus Lutterberg, der für den Landkreis als Integrationshelfer arbeitet.

Staufenberg. Die neunköpfige Familie Alhassan ist erst seit ein paar Tagen wieder zusammen. Auf ihrer Flucht aus dem syrischen Aleppo haben sie sich im Juli 2015 im türkischen Antalya getrennt.

Jetzt feierten sie ein Wiedersehen in Deutschland, und seit Ende Februar leben sie gemeinsam in einem Haus in Speele, das der Landkreis Göttingen gemietet hat. Gestern haben sie sich in Staufenberg angemeldet.

Betreut werden sie von Bernd und Christel Goßmann aus Lutterberg. Sie helfen bei Behördengängen und Alltagsproblemen. Bernd Goßmann (64), von Beruf Betriebswirt und jetzt im Ruhestand, hat Ende 2014 an einem 50-stündigen Lehrgang beim Landkreis Göttingen zum Integrationslotsen teilgenommen. Er will Flüchtlingen helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden.

Vater Karim Abdul Alhassan (44) lebt mit seiner neunjährigen Tochter Saba und seinem siebenjährigen Sohn Mohammed bereits seit Ende Oktober in Speele. Während er sich vom türkischen Antalya über Griechenland und den Balkan weiter auf den Weg Richtung Deutschland gemacht hat, blieb die Mutter Leyla Alhamak (38) mit den übrigen fünf Kindern zunächst zurück. Bei ihr blieben der 18-Jährige Issa, ihre Tochter Balkes (14) sowie die Jungen Hassan (5) und Omar (4) sowie die eineinhalbjährige Tochter Sarab.

Die Mutter machte sich später mit den Kindern auf den Weg über Griechenland und die Balkanroute nach Deutschland und erreichte im Januar das Grenzdurchgangslager in Friedland. Seit Ende Februar lebt sie nun auch in Speele.

Problem Sprache

Für Bernd Goßmann ist das größte Problem der Familie derzeit die Sprache. Noch könne sie kein Deutsch und spreche auch kein Englisch. Er verständigt sich mit Gesten und hat sich aus dem Internet ein Programm heruntergeladen, um wichtige Dinge aus dem Deutschen ins Arabische zu übersetzen. Eine Dolmetscherin habe ihm nur am Anfang zur Verfügung gestanden.

Über das, was die Familie auf ihrer Flucht erlebt hat, habe er deshalb auch mit ihr kaum sprechen können. Er habe sie aber so verstanden, dass die Familie mit einem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland gekommen sei.

Schulbesuch

Inzwischen tragen die Integrationsbemühungen auch erste Früchte. Die neunjährigen Tochter Saba und der siebenjährige Sohn Mohammed besuchen mittlerweile die Grundschule in Landwehrhagen und erhalten auch Förderstunden in Deutsch.

Leider könnten sie am Betreuungsangebot der Schule am Nachmittag nicht teilnehmen, weil es dann keine Busverbindung von Landwehrhagen nach Speele mehr gebe.

Beide Kinder, so Goßmann, hätten sich in der Schule bereits sehr gut eingeführt. Zudem besuchten sie auch einen wöchentlich stattfindenden Karate-Unterricht beim TSV Lutterberg. Jetzt bemühe er sich um Deutschkurse für die ganze Familie.

Hilfe bekommt Bernd Goßmann vor allem von seiner Frau Christel. Zuletzt ist die 60-Jährige mit Saba und Mohammed zum Zahnarzt gegangen. „Es macht uns Freude, zu helfen“, sagt sie.

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