Umstrukturierung der Abfallwirtschaft 

Erhöhte Gebühren: Darum wurde der Müll im Landkreis Göttingen teurer

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Gestiegene Entsorgungskosten und Wegfall der Haushaltsgebühr: Die höheren Kosten für die Entsorgung spiegeln sich in den Gebührenbescheiden 

Mit dem Gebührenbescheid 2019 kamen für Kunden der Abfallwirtschaft im Landkreis Göttingen einige Neuerungen. Wir fassen die Änderungen und die Begründungen zusammen. 

Der Landkreis Göttingen hat zum Jahr 2019 die Gebührenstruktur für die Abfallentsorgung geändert (HNA berichtete). Fragen und Antworten zum Thema.

Was wurde aus der bisherigen Haushaltsgebühr?

Die Haushaltsgebühr in Höhe von zuletzt 32,90 Euro entfällt. Es handelte sich dabei um eine Gebühr, die pauschal je Haushalt und damit unabhängig von der Größe oder der Menge der Tonnen erhoben wurde. 

Was ist anstelle der Haushaltsgebühr getreten?

Laut Landkreis ist die Haushaltsgebühr weggefallen, weil auf diese Weise Anreize geschaffen werden sollen, damit Abfälle vermieden oder verwertet werden. Die bisherige Haushaltsgebühr werde daher in die Berechnung der Gebühren für die Größe der Abfallbehälter, die sogenannte Volumengebühr, mit eingerechnet. Die pauschale Behältergebühr, die unabhängig von der Größe der jeweiligen Tonne ist, wurde beibehalten.

Was passiert mit den Überschüssen aus der Haushaltsgebühr?

Die Überschüsse aus dem Jahr 2018 aus der Haushaltsgebühr werden 2019 festgestellt und 2020 ausgeglichen. Von den verfügbaren Überschüssen werden insgesamt 340 169,96 Euro ausgeglichen. Je Haushalt werden dafür sechs Euro gutgeschrieben. Die Höhe dieser Gutschrift wurde ermittelt, indem der Überschuss für 2016 und 2017 durch die Anzahl der am 31. Dezember 2018 festgestellten Haushalte geteilt wurde.

Welche Kosten sind gestiegen?

Insbesondere die Personalkosten haben sich um 322 300 Euro erhöht. Grund dafür ist unter anderem die Zahlung von Mindestlöhnen. Zudem mussten die Verträge zur Sammlung und zum Transport zum Januar 2019 neu ausgeschrieben werden. Die alten Verträge waren ausgelaufen. Insgesamt haben sich die Kosten für die Leerung der Restabfallbehälter und der Komposttonnen um 46 Prozent erhöht. Die berechneten Betriebskosten sind insgesamt um 3,9 Millionen Euro gestiegen. Allein die Kosten für die Behälter und die Sperrmüllabfuhr sind laut Gebührenberechnung von geplant 1,9 Millionen Euro im Jahr 2018 auf geplant 2,9 Millionen in 2019 gestiegen.

Leser werfen dem Landkreis mangelnde Transparenz bei den Gebühren vor. Was sagt der Landkreis zu seiner Informationspolitik?

Landkreissprecher Ulrich Lottmann hält den Vorwurf fehlender Transparenz für nicht nachvollziehbar. Über die Abfallgebührenänderung 2019 sei im Kreistag und im zuständigen Umweltausschuss frühzeitig, öffentlich und ausführlich diskutiert worden. Hinzu kämen Informationsschreiben der Abfallwirtschaft Göttingen und Pressemitteilungen. Alle diese Unterlagen seien öffentlich zugänglich. Zudem sei im Vorfeld über die Gebührenumstellung in den regionalen Medien berichtet worden.

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