Von Haus aus Polizist

Landratskandidaten im Porträt: Michael Täuber (Alfa)

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Das Kreishaus ist sein Ziel: Der pensionierte Polizeibeamte Michael Täuber tritt für die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) bei der Landratswahl an.

Landkreis Göttingen. In dieser Woche stellen wir die Kandidaten für die Landratswahl vor. Heute: Michael Täuber von der Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa).

Michael Täuber (57) aus Bad Sachsa tritt bei der Landratswahl für die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) an. Es ist die neue Partei um den früheren AfD-Chef Bernd Lucke. Im Juli 2015 hat er Alfa in Kassel gegründet, nachdem er die AfD im Streit über ihren Rechtskurs verlassen hatte.

Auch Täuber war zunächst in der AfD aktiv und verließ dann mit Lucke aber die Partei. „Als sich der Rechtskurs abzeichnete, konnte ich das mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren,“ sagt Täuber, der im Landkreis Osterode im Wahlbereich 13 für Alfa auch für den Kreistag des neuen Landkreises Göttingen kandidiert. Etwa 40 Mitglieder hat die Partei derzeit in Südniedersachsen.

Täuber, der sich als liberal-konservativ bezeichnet, hat etwa seit 2013 größeres Interesse an der Kommunalpolitik. Damals kandidierte er als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in der Samtgemeinde Walkenried, in der der 57-Jährige aufgewachsen ist. 6,5 Prozent der Wählerstimmen konnte er auf sich vereinen.

Danach war er auf der Suche nach einer parteipolitischen Heimat und glaubte sie Anfang 2015 zunächst auch in der AfD gefunden zu haben, bis er nach wenigen Monaten seinen Irrtum erkannte und zu Alfa wechselte. „Ich möchte etwas bewegen und nicht tatenlos zusehen“, sagt Täuber, zu den Gründen, sich in der Lokalpolitik zu engagieren. Beruflich arbeitet er als Berufsbetreuer im Auftrag von Gerichten.

Bis zu seiner Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 2014 war er 37 Jahre im Polizeidienst, zuletzt in Bad Lauterberg. Als früherer Polizeibeamter liegt ihm vor allem auch das Thema Sicherheit und Polizei am Herzen. Es gebe zu wenige Polizisten, sagt er, die Stationen vor allem auch auf dem Land müssten aufgestockt werden. Und ein großes Problem sieht er auch in der zunehmenden Gewalt gegen Beamte im Dienst bei Veranstaltungen und Demonstrationen.

In der Flüchtlingspolitik spricht er sich für eine „atmende Obergrenze“ aus. Ein Begriff, den Bernd Lucke geprägt hat. Die Gemeinden sollten danach bestimmen, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen können. Das, so Täuber, sollte nicht von oben vorgeschrieben werden. Grundsätzlich sei für ihn aber klar: „Flüchtlinge, die wirklich Schutz brauchen, müssen ihn auch bekommen.“

Dass er wohl keine große Chancen hat, tatsächlich zum Landrat gewählt zu werden, ist Täuber klar. Der engagierte Tierschützer, der eine private Auffangstation für Meerschweinchen hat, sieht seine Aufgabe darin, für Alfa Flagge zu zeigen und sich als Alternative den vielen potentiellen Nichtwählern anzubieten, die sich von der Politik abgewandt haben.

Aber er hat ja auch noch die Chance, als Alfa-Abgeordneter in den Kreistag gewählt zu werden.

Zur Person 

Michael Täuber (57) ging mit 17 zum Bundesgrenzschutz und wechselte später zur Polizei. Zuletzt war er als Kommissar in Bad Lauterberg im Dienst, bevor er aus gesundheitlichen Grünen 2014 pensioniert wurde. Heute arbeitet er als Berufsbetreuer im Auftrag von Gerichten. Täuber lebt in Bad Sachsa.

Er ist verheiratet und Familienvater von vier erwachsenen Kindern.

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