250 Plüschtiere in sieben Jahren

Skuril, frech, rockig: Teddybären in Handarbeit

Publikumspreis bei der „Teddybär Total“ Messe: Jeanette Kasel mit dem „Golden George“ und ihrem Gewinnerplateau „Campen am Strand“. Fotos: Hild

Varmissen. Jeanette Kasel entwirft und näht Teddybären - und wurde mit ihren Kreationen Publikumsliebling auf der Messe "Teddy Total".

Relativ wenigen Eingeweihten ist die etwas im verborgenen bestehende Szene bekannt. Die Typen der Szene sind tough, skurril, frech, rockig, niedlich, immer pelzig und vor allem international vertreten: Die Teddybär-Szene.

„Tassen-Lieblinge“: Winzige Bärchen, die in eine Tasse passen.

Jeannette Kasel in Varmissen ist die Mutter von mittlerweile um die 250 Teddybären, die sie seit sieben Jahren in ihrer Teddybär-Werkstatt hergestellt hat. Viele kreative Hobbys hatte die in der Kardiologie arbeitende Krankenschwester ausprobiert, aber immer nur zwei, drei Jahre daran Spaß gefunden. „In 2006 habe ich mir dann meinen ersten Teddybären selbst gekauft und von da an wurden es immer mehr. In meiner Kindheit habe ich nie einen eigenen Teddybären gehabt. In 2008 habe ich dann angefangen, den ersten Teddy nach Fremdschnitten zu nähen. Er sah zwar nicht aus wie ein Teddy, eher wie ein Murmeltier, doch ich war stolz wie Bolle“, erzählt sie lachend.

Doch dann fing sie an, eigene Schnitte zu entwerfen, besuchte das „Teddycollege“ in Dangast, und verfeinerte Ihre kreativen Fähigkeiten beim Nähen ihrer verschiedensten Tiere. Durch ihre Liebe zum Detail machte sie sich einen Namen unter den Teddy-Fans. Auf der internationalen Messe „Teddybär Total“ in Münster im April hat Kasel dieses Jahr unter 120 Einreichungen und 600 Bildern aus aller Welt den ersten Platz beim heiß begehrten Publikumspreis belegt und wurde mit dem „Golden George“, den wichtigsten Preis der internationalen Teddyszene ausgezeichnet. Die schwere Teddyskulptur aus polierter Bronze steht nun in einer Vitrine am Eingang zu ihrer kleinen Werkstatt.

Frech: Fred Fornefett zeigt den „ Stinkefinger“.

Gewonnen hat Kasel den Preis mit dem Tableau zum vorgegebenen Thema „Frühlingserwachen“. Hierzu entwarf sie die komplette Szenerie „Campen am Strand“ und wurde direkt vom Messepublikum und Onlinevotings als „Beste Teddykünstlerin“ prämiert. Mittlerweile hat Kasel eigene Fotobücher von all ihren Teddys, Spinnen, Katzen, Hasen, Hunden, Bikern, Hochzeitspaaren, Schweinchen sowie unterschiedlichste Prinzessinnen. Alles Unikate, die von Liebhabern oder sogar für Teddymuseen gekauft werden. Die Kunstwerke sind zwar robust aber nicht wirklich Spielzeug. Kasels Tiere finden mittlerweile weltweit ihren Platz. So sitzen sie in Südafrika, Paris oder Taiwan. Ihre Teddys und Tiere haben natürlich auch Namen. So sitzen die bisher noch nicht verkauften urigen Typen „Erwin Breitlatsch“ mit riesigen Füßen, der bierbäuchige „Fred Fornefett“, die edle Teddydame „Frau Dr. Eisenbarth“, der smarte „Olli Frechbürste“, Teddybiker „Harry Knatter“ oder die winzig kleinen „Tassen-Lieblinge“ auf dem Sofa oder in den Regalen.

„Oft fallen mir die Namen beim Spaziergang mit unserem Hund ein, wobei ich nicht selten laut loslachen muss“, erzählt Kasel. Ich nähe meine Tiere alle mit der Hand und habe den Anspruch, dass die Nähte auch wirklich halten sollen. Und das geht einfach am besten in Handarbeit“, so Kasel.

Bis ein Tier fertig ist, wird entworfen, zugeschnitten, genäht, gestopft, gestickt, frisiert, gestrickt, gehäkelt, gebastelt oder mit Spezialstiften geschminkt sowie der Teddyschmuck und Accessoires hergestellt. Zwischen dreißig bis fünfzig Stunden kreativer Gestaltung vergehen, bis der Teddy fertig ist.

„Die Teddybärkunst vereint all meine vorherigen Hobbies, und deshalb werde ich auf jeden Fall dabei bleiben“. 

Teddybären in Handarbeit

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