Internetkriminalität nimmt zu: Jedes dritte Unternehmen betroffen

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Landkreis Göttingen. Jedes dritte Unternehmen in Norddeutschland ist Opfer von Cyberattacken.

Das hat eine Firmenbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover ergeben.

Auch die hiesige Polizei weiß: Die so genannte Cyberkriminalität ist rasant auf dem Vormarsch. Konkrete Zahlen zu Delikten gibt es nicht, aber es existiert eine hohe Dunkelziffer. „Jeder, der ins Intenet geht, riskiert, zum Opfer von Cyberkriminellen zu werden“, sagt Hauptkommissar Michael Mahnke vom Landeskriminalamt in Hannover. Das heißt, nicht nur Unternehmen sind gefährdet, sondern auch der ganz normale private Nutzer. Selbst wenn man den Computer einfach einschalte, nicht ins Intenet gehe, bestehe die Gefahr, dass Kriminelle schadhafte Programme aufspielten, mit denen beispielsweise Angriffe auf Unternehmen begangen werden.

„Da wird beispielsweise erpresst“, sagt Hauptkimmissar Mahnke: „Wenn etwa 100 private Computer fremdgesteuert werden, kann schon eine Firma unter Druck gesetzt werden, in dem man die Blockade des Internetauftritts androht. Gegen Geldzahlung wird dann aber oft davon abgesehen.“ Das ist Erpressung.

Fachleute der Polizei und auch IHK-Cybercrime-Expertin Sabine Hillmer betonen: „Die Gefahren, die bei Cybercrime drohen, sind den meisten nicht bekannt.“

Die Unternehmensbefragung der IHK macht deutlich, dass das Anzeigeverhalten der Unternehmen bei Cyberattacken sehr zurückhaltend ist. Daher ist die Zahl der tatsächlichen Fälle viel höher als die bekannt gewordenen. Hillmer: „Imageverlust ist der wesentliche Grund für Firmen, dass sie Fälle nicht anzeigen. Doch es ist wichtig, sich bei jedem Anzeichen von Internetkriminalität an das LKA zu wenden.“ Das LKA rät: „Jeder, der einen Computer nutzt, sollte einen guten Virenschutz installiert haben.“ (awe)

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