Wildwarnsysteme

Licht und Ton für Sicherheit auf den Straßen im Landkreis Göttingen

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Besonders Rehe und Wildschweine kommen bei Wildunfällen zu Schaden. Die Tiere haben sich an die gängigen Wildwarner gewöhnt, die Reflektoren seien laut einer Göttingern Studie unwirksam.

Sie sollen im Landkreis Göttingen dafür sorgen, dass es zu weniger Unfällen mit Wildtieren kommt: Der Landkreis wird vier optische und akustische Wildwarnsysteme testweise installieren.

Diesen Beschluss fasste der Kreistag nach einem Antrag der CDU-Fraktion. Wo die Wildwarnreflektoren TN (Tag und Nacht) eingesetzte werden und wie lang die Teststrecken sein werden, müsse noch ermittelt werden. Zum Einsatz kommen sollen die Geräte, die über Solarzellen mit Energie versorgt werden, an Straßen im Kreisgebiet, die besonders durch Wildunfälle belastet sind.

Für den Altkreis Göttingen seien für das Jahr 2017 etwa 928 Wildunfälle, für den Altkreis Osterode 331, jeweils ohne die Autobahn, gemeldet worden, teilt die CDU mit. Längst nicht alle Unfälle mit Beteiligung von Wildtieren würden der Polizei aber gemeldet, stellte Susanne Mackensen-Eder (CDU) in der Kreistagssitzung fest. Zwar sei die Anzahl der Unfälle im vergangenen Jahr gesunken, aber nach wie vor seien Wildunfälle eine der häufigsten Unfallursachen.

Die CDU-Fraktion begründete ihren Antrag damit, dass die optischen und akustischen Wildwarnsysteme wirkungsvoller seien als die bislang im Landkreis eingesetzten blauen, weißen und roten Reflektoren. Über deren Wirksamkeit gibt es bislang keine Einigung. Zuletzt hatte eine Studie der Uni Göttingen blauen Wildreflektoren die Wirksamkeit abgesprochen.

System muss noch auf Nachhaltigkeit getestet werden

Das neue System wird durch Scheinwerferlicht aktiviert. Nach Angaben der CDU-Fraktion wird im Umkreis von 100 Metern ein Datensignal an die umliegenden Wildwarner gesendet, sodass eine Vorwarnzeit entsteht. Der akustische Warnton sei mit sieben Kilohertz leise, die rote LED diene dazu, tieffliegende Tiere vor Kollisionen mit Lkw zu bewahren. Die Geräte könnten auf Böschungen und Wald- oder Feldkanten montiert werden, um das Wild früh vor sich nähernden Fahrzeugen zu warnen.

Ob das zu testende Wildwarnsystem tatsächlich mehr taugt als die bisherigen, soll der künftige Test klären. Bislang gebe es noch zu wenige Erfahrungsberichte und Daten, die eine dauerhafte Verringerung von Wildunfällen belegen, so die Kreisverwaltung. Nach eigenen Beobachtungen und aus der Zusammenarbeit in den Unfallkommissionen mit der Polizei Göttingen und Northeim/Osterode könne man aber bestätigen, dass direkt nach der Installation der bisher eingesetzten Wildwarnreflektoren, sogenannte Wildspiegel, die Zahl der Wildunfälle sich zunächst verringerte.

Dann trat allerdings ein Gewöhnungseffekt ein: Die Tiere lernten, dass von den Wildwarnern keine unmittelbare Gefahr für sie ausging, die Zahl der Unfälle stieg wieder an. Der Einsatz der Systeme stellte sich als nahezu wirkungslos heraus. Daher wolle der Landkreis mit der Testphase der TN-Systeme gesicherte Erkenntnisse über dessen Wirksamkeit sammeln.

Bedingung für die Testphase sei nach Angaben von Susanne Mackensen-Eder (CDU), dass der Testzeitraum von drei auf zwölf Monate erweitert wird. Denn drei Monate seien aus Sicht der Kreisverwaltung nicht geeignet, um adäquate Aussagen zur Wirksamkeit des neuen Warnsystems zu treffen. Die Montage und Demontage der Geräte werde die Firma WEGU-GFT aus dem Landkreis Nordhausen übernehmen.

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