Mehr Hilfen für Geburtshelfer

Hebammen: Landkreis will 2020 und 2021 jeweils 100 000 Euro investieren

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Eine Hebamme wiegt ein Baby bei einer Nachsorgeuntersuchung (Symbolbild). 

Die Hebammenversorgung auf dem Land verbessern, darum geht es bei einer Förderung, die der Landkreis Göttingen bei der Sitzung des Göttinger Kreistages verabschiedet hat.

100 000 Euro plant der Landkreis für die Förderung in den Jahren 2020 und 2021 ein.

„Ohne eine wirksame Gegensteuerung werden wir bei der gleichbleibenden Geburtenzahlen mittelfristig die flächendeckende Betreuung der Wöchnerinnen durch Hebammen nicht mehr gewährleisten können“, heißt es in dem Antrag der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und Freien Wählern.

In ländlichen Räumen gebe es bereits heute große Probleme, die Hebammenversorgung sicherzustellen, erklärte der SPD-Kreistagsabgeordnete Dr. Andreas Philippi. „Ich habe von einer Mutter erfahren, die 40 Hebammen kontaktiert hat, bevor sie jemanden gefunden hat. Das soll so nicht sein“, betonte Philippi. Man habe aber das Problem erkannt und wolle deswegen die 100 000 Euro bereitstellen.

Dr. Andreas Philippi, SPD-Kreistagsabgeordneter

Das Geld solle dafür transparent, gerecht und unbürokratisch genutzt werden. Dabei gehe es um Zuschüsse für die Ansiedlung neuer Hebammen. Zudem müsse ein Programm für den Wiedereinstieg von selbstständigen Hebammen geschaffen und berufliche Fortbildungen stärker gefördert werden. Schließlich gehe es um die Unterstützung des Projekts HEDI – Hebammenversorgung digital. Dabei soll eine App für das Handy die Kommunikation zwischen Hebammen und Schwangeren verbessern. 

Monika Grammel (CDU) äußerte ihre Unterstützung: „Die Versorgung auf dem Land ist nahezu katastrophal. Wir wollen unseren Teil zu einer Verbesserung der Situation leisten“, sagte sie. Zudem würde die geplante Einrichtung eines Studiums für Hebammen dem Beruf guttun.

Dr. Eckhard Fascher (Linke) begrüßte die Unterstützung durch den Landkreis. Allerdings müsse es erst katastrophal werden, bevor gehandelt werde. Hoher Kostendruck und ein kaum planbarer Zeitaufwand mache freiberuflichen Hebammen das Leben schwer.

Entlastung ist das Ziel

Das Projekt „Hedi – Hebammenversorgung digital unterstützt“ wurde laut niedersächsischem Sozialministerium konzipiert, um die gefährdete Hebammenversorgung in Südniedersachsen zu verbessern und um Hebammen zu entlasten. So solle die Hebammenversorgung über eine digitale Koordinierungszentrale dezentral organisiert werden, damit werdende Eltern es einfacher haben, regionale Hilfsangebote zu finden.

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