Heiß umkämpft

Mietmarkt: Nachfrage im Landkreis Göttingen ist größer als das Angebot

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Auf eine Wohnung zu vermietende kommen meistens viele Interessenten. 

Landkreis Göttingen - Der Anstieg der Mietpreise ist auch im Altkreis Münden zu spüren. „Die Nachfrage ist stärker als das Angebot“, sagt Immobilienmakler Stephan Fuchs.

Während Mieter vor einigen Jahren für eine Wohnung in mittlerer Wohnlage in der Dreiflüssestadt für den Quadratmeter vier bis 4,50 Euro im Mittel bezahlt haben, so Fuchs, seien es heute in der Stadt zwischen fünf und sechs Euro.

Für eine Wohnung in der Stadt Hann. Münden zahle der Mieter im Durchschnitt zehn Prozent mehr als auf dem Dorf. Dass der Mietpreis auch entscheidend an der Wohnlage hängt, weiß Diplom-Kaufmann Fuchs. Bei sogenannten Sahnestücken, etwa in den drei „B-Straßen“ Beethoven, Bahnhof und Böttcher, so Fuchs, sei der Quadratmeterpreis durchschnittlich etwas teurer. „Auch das Gebiet hinter der Blume ist sehr begehrt“, sagt Fuchs.

Der Bauverein Münden bietet als Genossenschaft vielen Menschen Wohnraum. Nach Angaben von Geschäftsführer Jörg Wieland besitzt der Bauverein 863 Wohnungen in Hann. Münden und Dransfeld und verwaltet Häuser und Wohnungseigentümergemeinschaften in Hann. Münden, Kassel und Göttingen. Die niedrigste Kaltmiete betrage 2,77 Euro pro Quadratmeter, der Höchstwert liege bei 8,03 Euro pro Quadratmeter und der Durchschnittswert betrage, bezogen auf die unterschiedliche Anzahl an Wohnungen, 4,53 Euro pro Quadratmeter.

Auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt gibt es seit einigen Jahren auch verstärkt Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern, zum Beispiel um Modernisierungskosten und Mieterhöhungen, die der Mieterverein Göttingen bearbeiten muss.

„Der Spielraum von maximal 15 Prozent Erhöhung wird in vielen Fällen ausgeschöpft“, sagt Cornelius Blessin, Anwalt und Vorstandsmitglied beim Göttinger Mieterverein, der etwa 5000 Mitglieder hat. Auch die Auseinandersetzungen um Kündigungen, zum Beispiel wegen Eigenbedarfs, werden deutlich härter geführt, weil die Wohnungsnot so groß ist.

Blessin geht davon aus, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt in Göttingen in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird.

„Die Bevölkerung wird im Durchschnitt älter und benötigt zum Beispiel intensive medizinische Angebote in der Nähe“, sagt Blessin. In den vergangenen Jahren ist nach seiner Ansicht zu viel hochpreisiger Wohnraum in der Uni-Stadt entstanden. „Gesucht werden aber bezahlbare Wohnungen für ein bis zwei Personen sowie für Familien ab drei Kindern. In diesen beiden Segmenten gibt es viel zu wenig Angebot“, sagt Blessin. Deshalb ist es aus seiner Sicht falsch, große Einfamilienhaussiedlungen in den Dörfern rund um Göttingen auszuweisen. „Wir brauchen Wohnungen in der Stadt.“ Die jetzt in der Uni-Stadt ausgewiesenen Flächen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern reichen laut Blessin nicht aus. „Das ersetzt gerade einmal den Verlust an Wohnungen, die aus der Sozialbindung fallen“, sagt Blessin. Mehr Informationen gibt es unter mieterverein-goettingen.de

Eine interaktive Karte mit den mittleren Quadratmeterpreisen für Wohnungsmieten in allen Gemeinden unseres Verbreitungsgebiets finden Sie in dieser Übersicht.

Lesen Sie auch: Heiß umkämpfter Mietmarkt: In Göttingen 10 Euro und mehr üblich

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