Geschädigt und dadurch instabil geworden

Die Eschen am Campingplatz in Dransfeld werden zurückgeschnitten

Dransfeld. Esche für Esche wird derzeit am Friedrich-Schrader-Weg in Dransfeld abgeschnitten. Die Bäume waren durch das Eschentriebsterben geschädigt und dadurch instabil geworden.

Das war eine Gefahr für die Nutzer des Wanderweges oberhalb vom Campingplatz in Dransfeld. Mit zwei Greifern fasst die Maschine in die Baumkrone. Mit Zurückschneiden allein war es nicht mehr getan, erläutert Revierförster Manfred Budde. Er koordiniert die Arbeiten, die noch bis voraussichtlich Mittwoch dauern werden. Die Firma Hüttmann aus Soltau ist mit ihren Spezialmaschinen in Dransfeld im Einsatz.

Eigentümer am Friedrich-Schrader-Weg sind die Verkoppelungsinteressentenschaft (oberhalb des Weges) und die Realgemeinde (dem Campinplatz zugewandte Seite) Dransfeld. Rainer Grünewald und Jörg Brandt machten sich an der Forstbaustelle kürzlich selbst ein Bild.

Große Greifer: Der „Powercut“ hat zwei davon, hier (von links) Jörg Brandt (Realgemeinde), Rainer Grünewald (Verkoppelungsinteressentenschaft) und Fahrzeugführer Matthias Sperling vor der Maschine.

Das Geräusch einer Säge ist zu hören, Späne fliegen zur Seite. Mit einem Krachen bricht der Greifarm den mächtigen Ast ab. Fahrzeugführer Matthias Sperling legt ihn langsam auf den Weg.

Die Eschen werden nicht kurz über dem Boden gefällt, sondern oberhalb der Verzwieselung, der Aufgabelung des Stammes. Die alten Stämme bleiben stehen undbieten Mikro-Organismen und Moosen Lebensraum. Man könnte sie auch nur schlecht weiter unten abschneiden, denn in den alten Eschen stecke jede Menge Stacheldraht, so Budde.

Die Kronen der Bäume sind so gewaltig, dass es zudem einfacher sei, sie Stück für Stück herunter zu holen. Dafür sei das „Powercut“-Aggregat, mit dem der Bagger ausgestattet ist, gut geeignet. Der doppelte Greifer hat das Holz fest im Griff und kann es gezielt ablegen.

Die Maschine wiegt 40 Tonnen und fährt auf ainem Raupenlaufwerk, die Ketten sind an den Seiten abgerundet, um den Boden zu schonen. Das Schwert - also die Kettensäge - ist einen Meter lang. 100 bis 150 Festmeter Holz könne man damit pro Tag abarbeiten, so Sperling.

Der Fahrzeugführer schneidet die Kronenteile auf dem Boden weiter zu und sortiert sie zu vergleichsweise handlichen Bündeln. So kann Pavel Hahn, der von der anderen Seite heranfährt, sie gut auf den Anhänger laden und vom Weg abtransportieren. Später wird das Holz zu Hackschnitzeln verarbeitet.

Zwischen den alten Bäumen gibt es bereits natürlichen Nachwuchs, der dem Weg bald wieder seine Allee-Anmutung geben soll.

Von Bettina Sangerhausen

Wegbereiter für Schädlinge

Der asiatische Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus stammt aus Asien und wurde in Japan erstmals beschrieben. „Falsches“ Weißes Stängelbecherchen heißt er, um ihn vom Weißen Stengelbecherchen zu unterscheiden, einem einheimischen Pilz, durch den die Bäume aber nicht abstarben.

Der asiatische Pilz befällt nicht nur die Blätter, sondern wächst in den Baum hinein, die Blätter welken, die Rinde stirbt stellenweise ab, das Holz verfärbt sich bis tief in den Stamm. Während junge Bäume direkt an den Schäden durch den Hymenoscyphus pseudoalbidus eingehen, sterben ältere durch nachfolgende Schädlinge, denen der Pilz den Weg bereitete. (tns)

Lesen Sie auch

Pilzbefall: Eschen fallen am Schrader-Weg in Dransfeld

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.