Weiter Partnerschaft mit Ungarn: Neuer Verein hält Freundschaft aufrecht

Kleine Delegation: Koch Istvin Erös, Judith Stumphauzer und Anikò Beckers (von links) reisten extra für den Dransfelder Weihnachtsmarkt aus Rácalmás an und verwöhnten die Gaumen der Besucher mit original ungarischem Gulasch und Palinka-Obstbrand. Foto: Privat/nh

Dransfeld. Auf dem Dransfelder Weihnachtsmarkt zählte er zu den Publikumsmagneten: Der Stand des Vereins zur Förderung europäischer Partnerschaften.

Das original ungarische Gulasch, das Istvin Erös aus Rácalmás hier kochte, ging weg wie warme Semmeln. Und auch den Palinka-Obstbrand, den die kleine Delegation aus der Dransfelder Partnergemeinde mitgebracht hatte, ließen sich nicht gerade wenige Weihnachtsmarktgäste schmecken.

Dass es nach 24-jähriger Partnerschaft zwischen Rácalmás und der Samtgemeinde Dransfeld zu dieser freundschaftlichen Geste der Ungarn beinahe gar nicht mehr gekommen wäre, dürfte vielen Standbesuchern gar nicht bewusst gewesen sein. Ziemlich genau ein Jahr ist es nämlich her, dass die Samtgemeindeverwaltung aus Kostengründen die Gelder für die Gemeindepartnerschaft aus dem Haushalt 2014 gestrichen hatte und der für den Sommer geplante Besuch einer Dransfelder Delegation in Ungarn in einem formellen Schreiben abgesagt wurde.

„Das hat bei unseren Freunden in Rácalmás für einige Irritation gesorgt“, erzählt Hans-Jürgen Beister. Zusammen mit anderen Ungarnfreunden (darunter der Begründer der Gemeindepartnerschaft, Ex-Landrat Heinrich Rehbein, sowie Detlev Barth, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Göttingen), die seit langem einen regen Austausch mit Familien aus der Partnergemeinde pflegen, suchte der Schedener nach einer Lösung - und fand sie: Am 5. Juni wurde der Verein zur Förderung europäischer Partnerschaften offiziell aus der Taufe gehoben und dabei Beister zum Vorsitzenden und Barth zu dessen Stellvertreter gewählt.

„Unser Ziel ist es, die Partnerschaft mit Rácalmás zu intensivieren, durch regelmäßige gegenseitige Besuche weiter auszubauen und dafür finanzielle Hilfestellung zu leisten“, sagt Hans-Jürgen Beister. Geld werde künftig nur für die Besuche der Ungarn in Deutschland benötigt, um den Delegationen dann etwas bieten zu können. „Etwa kleine Feste oder Ausfahrten“, sagt Beister. Die Besuche in Rácalmás müssten von den Teilnehmern aus der Samtgemeinde aus eigener Tasche bezahlt werden.

Hans-Jürgen Beister

Finanziert werden soll die Partnerschaftshilfe aus den Jahresbeiträgen der zurzeit rund 40 Mitglieder sowie durch den Erlös verschiedener Aktivitäten wie dem Weihnachtsmarktstand.

„Wir werden die Samtgemeinde aber nicht aus der Verantwortung entlassen“, sagt Hans-Jürgen Beister. Nicht zuletzt deshalb sei der jeweils amtierende Bürgermeister laut Vereinssatzung auch Mitglied des Vorstandes. „Wir werden jedes Jahr einen Antrag auf Förderung stellen und hoffen so auf weitere finanzielle Unterstützung.“

25-Jähriges im nächsten Jahr

Jetzt geht es aber zunächst einmal darum, das etwas angeknackste Vertrauen der Ungarn wieder herzustellen. Was wäre da besser geeignet, als das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2015.

„Da wird es dann gleich zwei Gelegenheiten zum Feiern geben“, sagt Beister. „Eine beim Besuch der Ungarn hier bei uns über Pfingsten und eine bei unserem Gegenbesuch im Sommer.“ (per)

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