Wespen-Zeit: Panik unangebracht

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Viele Menschen fürchten sich vor ihnen: Wespen können mit Stichen Schmerzen verursachen. Allerdings sind sie grundlegend friedliche Tiere, die nur bei einer Bedrohung angreifen.

Landkreis Göttingen. Sommerzeit ist auch Wespen-Zeit. Für Menschen berge das aber kaum Gefahren, erklärt Uwe Zinke, Wespenschutzbeauftragter des Landkreises Göttingen.

Allenfalls nach Stichen im Hals- und Mundbereich oder bei bestehenden Allergien sei die Gesundheit von Betroffenen gefährdet. In diesen Fällen gelte es, umgehend einen Arzt aufzusuchen, da die Atemwege zuschwellen könnten.

Zinke bekommt aktuell täglich zirka 40 Anrufe von Menschen, die sich durch ein Wespennest in ihrem Haus oder Garten bedroht fühlen. Auch Imker berichten, dass es in diesem Jahr mehr Wespen als zum Beispiel 2014 gebe. „Ich versuche aber jeden davon zu überzeugen, die Nester nicht zu zerstören“, sagt Zinke. Denn eigentlich seien Wespen gar nicht am Menschen interessiert. Sie hätten damit zu tun, ihre Brut mit tierischen Produkten wie Fliegen, Käfern und Honigbienen zu ernähren. „Wer nicht gerade ein Allergiker ist, braucht sich keine Gedanken machen. Eine Wespe müsste zum Beispiel ganze 120 Mal an derselben Stelle einer Hand zustechen, damit diese abstirbt. Das ist ziemlich unrealistisch.“

Trotzdem rät er zu einem Sicherheitsabstand von vier Metern zum Nest. Sonst könne es zu Angriffen auf Menschen kommen. „Wespen fühlen sich in ihrer Existenz bedroht, wenn andere Lebewesen ihnen zu nahe kommen und so die An- und Abflugrichtung versperren“, sagt der Experte.

Auch warnt er eindringlich davor, nach den Insekten zu schlagen. „Schon beim Ausholen werden Wespen aggressiv und stechen zu“, sagt Zinke. Er verspricht auch, dass sich das Thema Wespen bald erledigt hat. „Ende September sterben die Wespenvölker aus.“ Dann könnten Nester problemlos entfernt werden. (flk)

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