Fünf Einrichtungen in Niedersachsen

Zahl der Flüchtlinge im Landkreis Göttingen ist deutlich gesunken

Landkreis Göttingen. Die Zahl der Flüchtlinge geht zurück, das spürt man auch im Landkreis Göttingen. Im Erstaufnahmelager Friedland sind derzeit noch 200 Menschen untergebracht.

Das teilte die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen auf Anfrage mit. Ausgelegt ist die Einrichtung für rund 700 Personen, zeitweise waren im vergangenen Jahr dort aber über 3000 Menschen untergebracht.

Fünf solcher Erstaufnahmeeinrichtungen gibt es in Niedersachsen. Während man in Hessen plant, zurzeit nicht benötigte Einrichtungen dieser Art zu schließen, ist man in Niedersachsen vorsichtiger: Da man nicht vohersehen könne, wie die Flüchtlingszahlen sich weiter entwickeln, arbeite man an einer Mischung aus aktiven und passiven Unterkunftsplätzen, so Matthias Eichler, Pressesprecher des niedersächsischen Innenministeriums - man versucht also, Liegenschaften in der Hinterhand zu haben, die man schnell wieder als Unterkunft reaktivieren kann, wenn es nötig wird. Man prüfe noch, ob bestimmte Notunterkünfte langfristig überflüssig werden.

Es gab zwei extreme Situationen, so Eichler: Zum Einen im vergangenen Jahr, als wegen des plötzlich sehr großen Andrangs an Flüchtlingen praktisch über Nacht Unterkünfte geschaffen werden mussten, und zum Anderen mit Beginn dieses Jahres der ebenso steile Rückgang der Ankünfte. Nicht einmal das Bundesamt für Migration gebe noch eine Prognose ab, wie es weitergeht.

Beim Landkreis Göttingen macht sich die neue Situation ebenfalls bemerkbar, so Kreissprecher Ulrich Lottmann: Der Zeitraum zwischen Ankunft eines Flüchtlings und dessen Zuweisung an den Kreis sei größer geworden.

Die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Vereinskrankenhaus Hann. Münden ist von dieser Entwicklung unberührt. Dort entsteht Wohnraum für Flüchtlinge, die dem Kreis zugewiesen wurden.

In der Hochphase der Flüchtlingsankünfte kamen täglich 2000 Menschen in Niedersachsen an. Das ist aktuell die Gesamtzahl für den ganzen Monat April, heißt es aus dem niedersächsischen Innenministerium.

Im Januar registrierte das Bundesland 12.000 Flüchtlinge, im Februar kamen 8500, im März noch 2200. Wie viele Flüchtlinge derzeit in Niedersachsen insgesamt leben, weist die Statistik nicht aus, da diese Zahl sich ständig verändert - durch Ausweisung, Abschiebung oder auch freiwillige Rückkehr in die Heimatländer.

Voriges Jahr wurden in Niedersachsen 38.000 Asylanträge gestellt, viele Asylsuchende kamen aber gar nicht zum Zuge.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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