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ChatScouts: Polizei will Kinder von Cyber-Mobbing schützen

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Von: Jens Döll

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Symbolbild, Cyber Mobbing
Darunter leiden einige Schüler: Cybermobbing. © Maximilian Beer

Die Polizei Material zu Cyber-Mobbing an Grundschulen im ganzen Landkreis Göttingen verschickt. Damit sollen Kinder sensibilisiert werden. Das Projekt nennt sich „ChatScouts“.

Landkreis Göttingen – Kinder und Jugendliche steigen immer früher in die digitale Welt ein. „Entwicklungsbedingt können sie bestimmte Gefahren noch nicht erfassen. Daher ist es umso wichtiger, sie frühzeitig an das Phänomen Cyber-Mobbing heranzuführen, damit sie fit und fair im Netz miteinander umgehen“, heißt es von der Polizeiinspektion Göttingen.

Material zu Unterrichtseinheiten zum Thema Cyber-Mobbing

Um auf die Gefahren hinzuweisen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, gibt es nun das Projekt „ChatScouts – Gemeinsam gegen Cyber-Mobbing“. Dieses wurde, so ist der Mitteilung der Polizei zu entnehmen, vom Landeskriminalamt Niedersachsen initiiert. Es richtet sich an Grundschüler der dritten und vierten Klasse und soll eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für Lehrer, Sozialpädagogen und Präventionsbeauftragte der Polizei bilden.

Grundschulen in der Stadt Göttingen und im Landkreis sollen in den kommenden Wochen mit dem Infomaterial aus diesem Projekt ausgestattet werden, sodass nach den Sommerferien das Thema in den Unterricht, mithilfe der Polizei, eingebunden werden kann.

Schulleiter Kilian Schröder von der Hermann-Gmeiner-Schule in Landwehrhagen findet das Material sinnvoll. Die Kooperation mit der Polizei gebe es immer wieder. „Wir starten nach den Ferien damit“, sagt er. Das Material sei erst vor Kurzem bei ihm eingetroffen.

Video-Episoden bilden den Kern

Den Kern bilden sechs Video-Episoden zu Mobbing. Stundenverlaufsplanungen zu jeder Episode, Unterrichtsmaterialien zum Download, Aktions- und Übungsideen, ein Lied zum Mitsingen und Tanzen, ein umfangreiches Begleitheft und weitere Materialien stehen zur Verfügung.

In den Episoden geht es um Lilli, Nick, Yasin und Merle. Die Kinder haben Smartphones und sind in einer Chatgruppe. Im Chat wird Lilli von Nick geärgert, alle anderen lachen sie aus.

Das besonders perfide am Cyber-Mobbings ist, dass die Attacken rund um die Uhr stattfinden können. „Betroffene fühlen sich während dieser Zeit vollkommen hilf- und schutzlos“, so die Beauftragte für Jugendsachen der Göttinger Polizei, Jacqueline Emmermann. (Jens Döll)

Entgrenztes Mobbing

Cyber-Mobbing ist das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen einer Person mithilfe von Internet- und Mobiltelefondiensten über einen längeren Zeitraum hinweg. So ist es der Definition des Landeskriminalamts Niedersachsen zu entnehmen. Die Nutzung des Internets entgrenzt die Gelegenheiten für Angriffe und macht die Bloßstellungen gleichzeitig für einen unkontrollierbaren Personenkreis sichtbar.

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