Integration als Thema

Landkreis Göttingen stellt das Comic-Buch „Du nix verstehen?!“ vor

Integration als Comic-Thema: Ein Buch des Landkreises Göttingen greift den komplizierten Themenkomplex auf lockere Art auf.  
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Integration als Comic-Thema: Ein Buch des Landkreises Göttingen greift den komplizierten Themenkomplex auf lockere Art auf. repro: Landkreis Göttingen(isa sandiraz

Integration, ein Thema, das die Gesellschaft oft spaltet und kompliziert ist. Der Landkreis Göttingen hat nun ein Comic-Buch veröffentlicht, in dem das Thema auf ganz andere Art aufgegriffen wird, nämlich locker und zum Teil ironisch. In einer Onlineveranstaltung stellten Kreisrat Marcel Riethig und Integrationsbeauftragter Isa Sandiraz das Werk „Du nix verstehen!?“ vor. 

Landkreis Göttingen – Integration ist ein Thema, das weite Teile der Gesellschaft bewegt. Der Landkreis Göttingen hat kürzlich in einer Online-Präsentation ein Comicbuch veröffentlicht, dass diesen Themenkomplex auf eine lockere, ironische Art aufgreift. Kreisrat Marcel Riethig vom Dezernat für Jugend, Bildung, Arbeit Soziales und Kultur und Isa Sandiraz, Integrationsbeauftragter des Landkreises, stellten das Werk gemeinsam vor.

„Du nix verstehen?!“: Comic übr Integration vom Landkreis Göttingen

„Für Herrn Sandiraz war es ein Herzensprojekt“, so Riethig. Das Comicbuch trägt den Titel „Du nix verstehen?!“und wurde vom Integrationsbüro des Landkreises erarbeitet. Grundlage für die Geschichten seien Gespräche gewesen, die mit Migranten im ganzen Landkreis geführt wurden, so Sandiraz.

Auf Grundlage der Berichte wurden sechs Charaktere entworfen, die ihre Geschichten erzählen. Im Buch kennen sie sich aus dem Fußballverein und stehen im Austausch miteinander. „Die Geschichten sind real, die Charaktere fiktiv“, so Sandiraz. Es sei den Beteiligten wichtig gewesen, dass nicht mit dem „erhobenen Zeigefinger“ an das Thema herangegangen wird, sondern auf eine lockere, humoristische Art. „Die Geschichten werden mit Ironie erzählt.“ Zu den Protagonisten gehören beispielsweise Nuray, deren Großeltern in den 1960er-Jahren aus der Türkei in den Landkreis kamen. Massud der seit drei Jahren im Landkreis lebt und aus Afghanistan stammt sowie Marija, die sich als „Russlanddeutsche“ definiert.

Fünf Kapitel voller Humor und Ironie

Gegliedert ist das 71 Seiten starke Buch in fünf Kapitel. Nach der Vorstellung der Charaktere (Kapitel eins) werden Themen wie „Ankommen“ (Kapitel zwei), „Dazugehören“ (Kapitel drei), „Ab wann ist es eigentlich Rassismus?“ (Kapitel vier) und „Culture Clash?!“ (Kapitel fünf) behandelt.

In einer Geschichte im dritten Kapitel geht es darum, das Massud Leuten nicht in die Augen schaut. Das macht er nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil er in Afghanistan gelernt hat, dass dies unhöflich ist. Nun eckt er in Deutschland an. Als er allerdings an der Bushaltestelle einem Fremden fest in die Augen sieht, wird dies wiederum als Aggression gewertet. Der Mann fragt ihn „Was glotzt du denn so dumm? Willst du Stress oder was?“ Auch sein Verhalten gegenüber Nuray wird von Außenstehenden bewertet. Er zögert dabei sie zu begrüßen. Sofort wird dies als religiös motiviert gedeutet. Bis sich herausstellt, dass er in Nuray verliebt ist und daher nicht recht weis, wie er mit ihr umgehen soll. So wird verdeutlicht, vor welchen Problemen Migranten oftmals stehen.

„Wir haben auch kontroverse Themen wie das Kopftuch nicht ausgespart“

„Wir haben auch kontroverse Themen wie das Kopftuch nicht ausgespart“, berichtet Isa Sandiraz. Es sei klar, dass man damit auch kontroverse Diskurse anstößt, allerdings könne nur so ein Austausch entstehen. „Bist du Deutscher oder Türke“, ist eine Frage, die im Comic gestellt wird. „Aber kann man nicht beides sein?“, fragt Sandiraz.

Die Ausarbeitung des Buches habe fast zwei Jahre gedauert, es habe einige Schwierigkeiten gegeben, so Riethig während der Online-Vorstellung. Bei der Finanzierung hat die Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen geholfen. Insgesamt, so Riethig und Sandiraz, gibt es 5000 Exemplare, die an Kitas, Schulen, an Mitarbeiter des Kreises und der Kommunen sowie an Bürger des Kreises verteilt werden. Ab 4. Januar können sich Interessenten beim Landkreis melden, um ein Exemplar zu bekommen. Die Abgabe erfolgt kostenlos. (Jens Döll)

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